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Ministerium läuft Musik hinterher

Als Ex-Ministerin Irene Alt 2013 die Sicherungsvorkehrungen der Abschiebehaft lockerte, konnte sie freilich nicht erahnen, wie viele notleidende Flüchtlinge nur wenige Jahre später nach Deutschland kommen würden. Andererseits, so kritisiert manche Stimme in Mainz, löse man auch nicht die Feuerwehr auf, wenn es ein Jahr nicht gebrannt habe.

Nur vier Jahre später rächt sich der Weg von Alt: Die Einrichtung in Ingelheim ist überfüllt, Personal und Insassen belastet, der erneute Umbau wird teuer.
Auch die Gegenwart offenbart Ärgerliches. Ministerin Anne Spiegel stellt den neuen Plan zu spät vor, fast erdrückt von zu vielen Negativ-Schlagzeilen um das Ingelheimer Abschiebegefängnis. Erneut zeigt sich, dass das Ministerium der Musik nur hinterherläuft und es um schnelles Krisenmanagement nicht zum Besten bestellt ist. Immerhin gilt für das neue Konzept: Besser spät als nie!
f.schlecht@volksfreund.de