1. Nachrichten
  2. Themen des Tages

Mit dem Bus nach Mainz und Frankfurt

Mit dem Bus nach Mainz und Frankfurt

In vielen Ländern der Welt rollen Fernreisebusse wie die berühmten amerikanischen Greyhound-Busse von einer Großstadt in die andere. Was Deutsche allenfalls aus Hollywoodstreifen oder von Auslandsreisen kennen, soll nun auch hierzulande Realität werden: Fernreisebuslinien, die große Städte verbinden.

Trier/Berlin. Für Reisen zwischen deutschen Städten sollen Fahrgäste bald bundesweit in Fernbusse steigen können - als neue Konkurrenz zu PKW, Bahn und Billigfliegern. "Wir befreien den Markt für Fernbusreisen von seinen Fesseln", sagte Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU).
Nach dem Personenbeförderungsgesetz aus dem Jahr 1934 ist bisher nämlich für nationale Fernbuslinien eine Genehmigung nötig. Sie wird aber meist nicht erteilt, wenn es parallel eine Bahnverbindung gibt - ausgenommen das einst eingemauerte Berlin und grenzüberschreitende Touren ins Ausland. Auch künftig sollen Fernbuslinien bei den Länderbehörden beantragt werden; sie sind fortan jedoch "grundsätzlich genehmigungsfähig". Die Schutzklausel für parallele Fernzugverbindungen fällt weg. Den öffentlich finanzierten Nahverkehrsangeboten sollen Fernbusse nicht verkappt Konkurrenz machen können. Daher müssen Fernbushaltestellen mindestens 50 Kilometer voneinander entfernt sein. Dem Gesetzentwurf muss auch der Bundesrat zustimmen. Dort hat die SPD schon Widerstand angekündigt.
Firmen in den Startlöchern


In der Wirtschaft bereiten sich die Busunternehmen indes bereits auf den liberalen Markt vor. Zwei Anfragen aus der Region liegen dem Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Rheinland-Pfalz vor, für die Strecke Trier-Mainz-Frankfurt sowie für Luxemburg-Trier-Mainz-Frankfurt.
Das Unternehmen Müller-Kylltal-Reisen in Trierweiler-Sirzenich plant vom kommenden Jahr an eine Testphase. Laut LBM ist hier eine Genehmigung noch nach altem Recht erteilt. Thomas Müller von dem privaten Busbetrieb: "Wir werden jeden Werktag einmal die Strecke Trier-Mainz-Frankfurt für 22 bis 25 Euro anbieten." Von einer weiteren Liberalisierung im Fernreisebusverkehr verspricht sich die Firma Impulse. Vom zweiten Unternehmensstandort Leipzig aus hat das Unternehmen eine Route Leipzig-Frankfurt beantragt. Nach TV-Informationen haben auch bereits luxemburgische Busunternehmen Interesse an Strecken signalisiert. Saarländische private Busbetriebe planen unter anderem eine Linie nach Trier.Im Gegensatz zum Busfernreiseverkehr steht dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) keine Liberalisierung bevor. Auch hier wird der Markt durch das Personenbeförderungsgesetz von 1934 geschützt. Dass dies auch weiter so bleibt, befürworten Politik, Verbände und selbst viele Bus anbieter. "Der ÖPNV ist ein geschützter, regulierter Markt", erklärt Frank Birkhäuer, Betriebsleiter des Verkehrsverbundes Region Trier (VRT). Damit verhindere man "britische Verhältnisse" und dass viele Anbieter die Strecke Trier-Uni anfahren würden, sich aber keiner für unlukrative Strecken interessierte, sagt er. hw