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Garten: Mit grünem Daumen durch die kalte Zeit

Garten : Mit grünem Daumen durch die kalte Zeit

Bewässerung, Licht, Temperatur: Damit es den Zimmerpflanzen im Winter gut geht, gibt es einiges zu beachten.

Eine treue Zimmerpflanze begleitet uns länger, als so mancher Lebensabschnittspartner es tut. Entsprechend hängen wir an dem lieben Grün - und dennoch pflegen wir es im Alltag meist unzureichend. Der TV gibt Tipps für Hobby­gärtner:

WASSER: Das Wichtigste zuerst: Die meisten Zimmerpflanzen vertragen zu trockene Wurzeln nicht, aber auch das andere Extrem, die Staunässe, ist nicht gut. Sie tritt ein, wenn zu viel Wasser gegeben wurde, das aus dem Topf nicht abläuft. Die Folge: Die Wurzeln faulen. Daher betont der Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur: Der Wasserstand muss regelmäßig kontrolliert werden.

Im Winter kommt noch ein besonderer Umstand hinzu: Die Pflanzen sind dann oft trockener Heizungsluft ausgeliefert, gerade wenn sie auf dem Fensterbrett über dem Radiator stehen. In dieser Zeit kann man sie zusätzlich pflegen, indem man ihre Blätter mit zimmerwarmem, kalkarmem Wasser besprüht.

Wichtig ist, dass viele Pflanzen frisches Leitungswasser nicht mögen. So weist das Blumenbüro zum Beispiel darauf hin, dass Schwertfarn lieber abgestandenes Wasser mag, das außerdem weich, also kalkarm sein sollte. In Regionen, in denen das Leitungswasser hart ist, kann zum Beispiel gesammeltes Regenwasser genutzt werden.

So manche Pflanze bevorzugt es auch, ihr Wasser selbst von unten aufzunehmen, statt es von oben durch die Kanne zu erhalten. Das Alpenveilchen ist dafür ein Beispiel.

Und wenn man das Gießen mal vergisst? Dann könnte der Tipp der Brancheninitiative Hydrangea­world helfen, den sie für ihr Spezialgebiet Zimmerhortensien gibt: Wer das Wässern mal vergessen hat, sollte den Topf komplett so lang ins Wasser stellen, bis sich der Wurzelballen mit Wasser vollgesogen hat. Dann kurz abtropfen lassen und die Pflanze im Anschluss an einen kühleren Ort stellen.

STAUB WISCHEN: Das Bücherregal wird regelmäßig abgestaubt, klar. Und die Pflanzen? Auch das ist wichtig. Liegt Staub auf den Blättern, kann sich die Energiegewinnung der Pflanze um bis zu 35 Prozent einschränken, erläutert der Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur. Denn über die Blätter versorgen sich Pflanzen mit Energie. In ihnen steckt der grüne Farbstoff Chlorophyll, der die Kraft des Sonnenlichts aufnimmt und sie speichert. Am besten zum Abstauben ein weiches Tuch nutzen. Und: So manche Pflanze mag auch ab und an eine Dusche in der Wanne.

LICHT: Pflanzen brauchen Licht. Dabei darf man sich nicht von persönlichen Eindrücken täuschen lassen: Was das menschliche Auge im Winter als hell empfindet, kann Pflanzen deutlich zu wenig sein. Vielen Zimmerpflanzen ist es bereits zwei Meter vom Fenster entfernt zu dunkel, betont der Fachverband Raumbegrünung und Hydrokultur. Hängen die Blätter herab oder verfärben sich gelblich, kann das ein Zeichen für Lichtmangel sein.

Wer keine Möglichkeit hat, die Pflanze näher an ein Fenster zu rücken, sollte auf Exemplare zurückgreifen, die mit wenig Licht klarkommen. So empfiehlt der Fachverband zum Beispiel für begrünte Wandbilder in dunkleren Ecken den Kletterphilodendron (Philodendron scandens) und die Efeutute (Epipremnum aureum).

KÜHLE: Viele Zimmerpflanzen mögen es eigentlich kühler, als es in den Innenräumen vor allem während der Heizperiode häufig ist. So fühlen sich Einblatt und Schwertfarn laut den Experten des Blumenbüros bei nur 12 bis 15 Grad am wohlsten. Efeu und Topfgerbera kommen mit noch niedrigeren Temperaturen zurecht. Sie alle mögen zwar helle Standorte, aber am Fenster unter direkter Sonneneinstrahlung können die Pflanzen rasch verbrennen, vertrocknen oder ausbleichen.

(dpa)