Mit Mann und Maus für Malu

Nie war die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer so beliebt wie derzeit. Die Sozialdemokraten bauen darauf, dass der Popularitätsschub der Mainzer Regierungschefin andauert und die CDU sich weiter auseinanderdividiert.

Mainz. In dem kleinen Raum der zur "Wahlsiegzentrale" umgetauften rheinland-pfälzischen SPD-Geschäftsstelle ist Malu Dreyer omnipräsent. An einer Wand haben Helfer gleich mehrere Dreyer-Wahlplakate nebeneinander aufgehängt, schräg gegenüber prangt ein Plakat mit der Aufschrift "Damit Malu Dreyer Ministerpräsidentin bleibt", und die prominenten Genossen Roger Lewentz und Jens Guth vorne auf dem Podium tragen orangefarbene Malu-Anstecker.
Landtagswahl 2016

Umbenannt: Die SPD-Geschäftsstelle heißt jetzt Wahlsiegzentrale. Ob es stimmt, wird sich zeigen. Foto: (g_pol3 )


Käme ein ausländischer Tourist in diesem Moment versehentlich in den Raum, würde ihm auf Anhieb klar, dass es sich bei der mit auf dem Podium sitzenden Dame um eine bedeutende Person handeln muss. Malu Dreyer ist es auch. Ohne die 54-jährige Regierungschefin, das dürfte für die Genossen ein offenes Geheimnis sein, hätten die rheinland-pfälzischen Sozialdemokraten bei der Landtagswahl in gut sieben Wochen wohl nicht den Hauch einer Chance. Mit der charismatischen Politikerin an der Spitze allerdings ist aus Sicht der Genossen alles möglich - selbst so ein kleines Wunder wie ein neuerlicher Wahlsieg der seit einem Vierteljahrhundert regierenden SPD.
Wahrscheinlich hätten nicht wenige geschmunzelt, wenn Parteichef Roger Lewentz vor einem Jahr voller Inbrunst erklärt hätte, die SPD werde bei der nächsten Landtagswahl erneut stärkste Kraft im Land. Da lagen die Genossen stolze elf Prozentpunkte hinter der CDU.
Mittlerweile hat sich der Abstand nahezu halbiert. Und Parteichef Roger Lewentz vermittelt am Mittwoch zumindest den Eindruck, als liefe nicht die SPD hinter der CDU her, sondern umgekehrt die Schwarzen hinter den Roten. "Wahlkampf ist eine Zeit, die uns Freude bereitet", sagt Lewentz und grinst dabei über beide Backen, als habe seine Partei den Sieg schon in der Tasche. Glaubt man dem SPD-Vorsitzenden, ist zumindest die Bereitschaft an der Basis groß, den Platz am Mainzer Kabinettstisch zu verteidigen. "Wir werden mit Mann und Maus rausgehen und Wahlkampf machen", kündigt Roger Lewentz an.
"Die rheinland-pfälzische Erfolgsgeschichte in der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik und beim sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft soll fortgeschrieben werden", fasst Spitzenkandidatin Malu Dreyer das SPD-Programm zusammen, über das ein Parteitag am kommenden Samstag abstimmen wird. In dem Programm geht es auch um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, um Themen wie Pflege, Infrastruktur und Digitalisierung. Aber das eigentliche Trumpf-Ass im Wahlkampf, das wird an diesem späten Vormittag in der Mainzer Parteizentrale deutlich, ist die Regierungschefin selbst.
SPD-Generalsekretär Jens Guth sagt, dass am Ende drei Dinge die Landtagswahl entscheiden werden. Neben den Themen und dem Grad der Mobilisierung sei dies vor allem die Spitzenkandidatin. Und in dem Punkt wähnen sich die Sozialdemokraten mit ihrer Sympathiekönigin Malu Dreyer klar in Front.