1. Nachrichten
  2. Themen des Tages

Mitt Romney schießt sich auf Obama ein

Mitt Romney schießt sich auf Obama ein

Bei den Vorwahlen der Republikaner für die US-Präsidentschaft hat Mitt Romney die Abstimmung in Florida gewonnen - und damit den ersten Urnengang von entscheidender Bedeutung.


Miami. Nur eine Stunde nach seiner Siegesfeier im Kongresszentrum von Tampa (Florida) erhielten Millionen US-Bürger eine E-Mail vom nun großen Favoriten bei der Vorwahl der US-Republikaner. Der Multimillionär Mitt Romney, der soeben mit 46 Prozent der Stimmen seinen ärgsten Widersacher Newt Gingrich (32 Prozent) "wie mit einer Atombombe vernichtet" hatte (New York Post), bat um eine milde Gabe. Mindestens 20 US-Dollar möge man ihm doch senden, so der Ex-Gouverneur von Massachussetts, und dabei nicht vergessen, um was es in diesem Jahr wirklich gehe - "Barack Obama zu besiegen". Denn: 24 Millionen Amerikaner kämpften um Arbeit, 2,8 Millionen hätten ihre Häuser verloren, und die Staatsschulden hätten eine Rekordgrenze erreicht.
Kein einziges Wort widmete Romney in der nächtlichen E-Mail seinem Konkurrenten, den er im Rentner- und Touristenparadies Florida in einer beispiellosen Woge an Negativwerbung ertränkt und 50 Delegierte gewonnen hatte. Was zeigt: Das parteiinterne Duell ist für ihn innerlich längst gelaufen. Romney ließ deshalb auch im Kongresszentrum von Tampa, wo Ende August auf dem traditionellen Nominierungsparteitag die 2286 Delegierten ihr endgültiges Votum vornehmen werden, Zweifel an seinen Chancen gegen Obama erst gar nicht aufkommen - und ging über die Schlammschlacht der vergangenen Wochen mit einer gewagten Behauptung hinweg: "Dieser Vorwahl-Wettbewerb teilt uns nicht, sondern bereitet uns auf den Sieg vor", gab er seinen jubelnden Anhängern vom Podium mit auf den Weg, "wir werden eine vereinte Partei mit einem Sieges-Ticket sein."
Die Parolen, die Romney unters Volks warf, klangen präziser, geschliffener und aggressiver als je zuvor. Er predigte eine "neue Ära" auch für die amerikanische Wirtschaft, will Obamas "Anbiederung im Ausland" vergessen machen, seine "Transformation" des Landes zum Sozialstaat nach europäischem Vorbild revidieren und Amerikas "Größe in der Welt" wieder herstellen.