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Todesfahrt in Münster
Polizei findet Teile für Bau von Sprengfalle

Münster. In der Wohnung des Todesfahrers von Münster haben Ermittler Gegenstände gefunden, aus denen ein Sprengkörper hätte gebastelt werden können. Unmittelbare Gefahr ging davon aber nicht aus.

Nach Angaben der Polizei war die Konstruktion an der Tür zur Wohnung von Jens R. aber noch weit davon entfernt, Menschen zu töten oder Schaden anzurichten. Der "Spiegel" berichtet in seiner Ausgabe am Samstag über eine entsprechende Vorrichtung.

"Der Täter hätte diese Konstruktion nicht kurzfristig zünden können", sagte Polizeisprecher Roland Vorholt. Mehrere Bestandteile seien nicht miteinander verbunden gewesen.

Jens R. war am 7. April mit einem Campingbus in der Innenstadt von Münster in eine Menschenmenge gerast, dabei waren zwei Menschen getötet und über 20 verletzt worden. Nach der Fahrt hatte er sich selbst erschossen.

Bereits zwei Tage nach der Amokfahrt in der Altstadt von Münster hatte die Polizei über Funde in der Wohnung und im Auto des 48-Jährigen informiert. Die Ermittler hatten in der Wohnung des Münsteraners mehrere Behälter mit Benzin und anderen Flüssigkeiten sowie ein über einen Balken gelegtes Hanfseil mit Henkersknoten entdeckt. In dem Campingbus fand die Polizei zwei Kilogramm mit explosiven Böllern und Zünddrähte.

(sef/lnw)