Neue Masche der Kriminellen: Falschgeld aus dem Internet - Derzeit sind vermehrt 50-Euro-Blüten im Umlauf

Neue Masche der Kriminellen: Falschgeld aus dem Internet - Derzeit sind vermehrt 50-Euro-Blüten im Umlauf

In der Vorweihnachtszeit boomt der Internethandel. Wer weiß wie, kann sich im Netz über einschlägige Kanäle auch Falschgeld bestellen. Ein Grund, warum zuletzt auch in Rheinland-Pfalz immer mehr Blüten aufgetaucht sind.

Als der Inhaber des Hotels Zeltinger Hof von einem Mitarbeiter der örtliche Bank auf den gefälschten 100-Euro-Schein aufmerksam gemacht wird, traut Markus Reis seinen Augen nicht. Die Blüte ist von einem echten Schein kaum zu unterscheiden. Der Vorfall ist schon ein paar Wochen her. Derzeit machen vor allem 50-Euro-Blüten den Geschäftsleuten zu schaffen. Kein anderer Euroschein wird häufiger gefälscht.
Rund 60 Prozent der im ersten Halbjahr von der Bundesbank registrierten 45.700 Blüten waren 50-Euro-Scheine. "Wer damit eine Kleinigkeit bezahlt, bekommt viel echtes Wechselgeld zurück", sagt ein Fahnder.

Eine gute Gelegenheit, das Falschgeld unters Volk zu bringen, sind Weihnachtsmärkte. "Da bleibt dem Verkäufer für eine genaue Prüfung meist wenig Zeit", sagt Bundesbanksprecher Moritz Raasch. Nach seinen Angaben ist das Falschgeldaufkommen zuletzt gestiegen, weil sich die Fälscher neue Verteilungswege über illegale Internetplattformen erschlossen hätten. Im sogenannten Darknet, in dem sich Internetnutzer anonym bewegen können, werden Blüten ganz offen angeboten; aber auch gefälschte Hologramme, die auf 50-Euro-Blüten angebracht werden können, sagt Falschgeldexperte Holger Berg vom Mainzer Landeskriminalamt (LKA). Damit wirkten die Blüten echter.

Da inzwischen sogar sämtliche Zutaten und auch das entsprechende Know-how im Internet angeboten werden, versuchen sich auch immer mehr Amateure als Fälscher. "Das ruft Abenteurer auf den Plan, die den Nervenkitzel suchen", sagt ein Fahnder aus Baden-Württemberg. Eine Erkenntnis, die auch das Mainzer LKA teilt. Immer häufiger würden junge Täter ermittelt, die sich Falschgeld übers Internet besorgt hätten, sagt Kriminalhauptkommissar Holger Berg.

Geschäftsleute wie Hotelier Markus Reis, denen eine Blüte untergejubelt wurde, haben übrigens Pech. Weil Falschgeld nicht ersetzt wird, bleiben sie auf dem Schaden sitzen.

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