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Neuer Trend: Zum Wohnen in die Stadt

Neuer Trend: Zum Wohnen in die Stadt

TRIER. (DiL) Immer mehr Menschen wollen wieder in der Stadt wohnen. Dieser von einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) bestätigte Trend zur "Landflucht" wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten erhebliche Auswirkungen auf die Region Trier haben.

Die Rückkehr in die Stadt sei "keine Modeerscheinung", sondern ein langfristiger Trend, heißt es in der Difu-Studie. Das freistehende Einfamilienhaus habe als "unangefochtenes Wohnleitbild der Deutschen" in absehbarer Zeit ausgedient. Die leichtere Erreichbarkeit städtischer Infrastrukturen bewege ältere Bürger, aber auch junge Familien, sich verstärkt im Bereich der Innenstädte anzusiedeln. Zudem seien immer mehr Bürger angesichts steigender Mobilitätskosten und schrumpfender Zeitbudgets an einer größeren Nähe zwischen Arbeitsplatz und Wohnort interessiert. Sie ziehen deshalb nicht nur vom Land in die Stadt, sondern auch innerhalb der Städte von den Außenbezirken ins Zentrum. Das gilt nicht nur für Metropolen wie München und Leipzig, die in der Studie analysiert wurden. Der Trend sei "unabhängig von der Größe der Stadt", sagt Mitautor Hasso Brühl. Brisant wird das Umdenken der Bürger in Zusammenhang mit der demographischen Entwicklung. Eine Studie der Universität Trier prognostizierte für die Region schon vor drei Jahren einen Bevölkerungsschwund von mehr als 20 Prozent bis 2040. Verteilt sich die schrumpfende Bürgerschaft verstärkt von den Dörfern in die Stadt, wird es eng für viele Gemeinden in Eifel, Hunsrück und Hochwald. "Die Dezentralität ist dann wirtschaftlich nicht mehr haltbar", sagt der Leiter des Trierer Stadtplanungsamtes, Johannes Weinand, voraus. Mit anderen Worten: Wer außerhalb wohnt, muss damit rechnen, erhebliche Nachteile bei der Infrastruktur in Kauf zu nehmen. Der Stuttgarter Professor Peter Treuner empfahl Anfang des Jahres bei einer Konferenz im Trierer IHK-Zentrum, "nicht mehr vom ländlichen Raum zu reden, sondern von Landschaft". Politiker wie der Trier-Saarburger Landrat Richard Groß bestehen hingegen darauf, "die Idee von gleichen Lebensverhältnissen in Stadt und Land nicht einfach aufzugeben". In der Stadt Trier richtet man sich derweil bereits auf "Wanderungsgewinne" ein: Das städtische Zukunftskonzept "Trier 2020" geht trotz negativer demographischer Entwicklung von wachsenden Einwohnerzahlen aus. Aber nicht nur Trier werde von den veränderten Prioritäten profitieren, glaubt Stadtplaner Weinand. Auch Mittelzentren wie Bitburg, Hermeskeil oder Wittlich könnten sich auf einen Einwohner-Boom einstellen. Der Verlierer, da ist sich Weinand sicher, steht auch schon fest: "Das flache Land".