Neues aus der Gerüchteküche

TRIER. Neue Verwirrung um die Zukunft des US-Flugplatzes Spangdahlem. Nach amerikanischen Medienberichten und Äußerungen des Mainzer Innenstaatssekretärs Karl Peter Bruch (SPD) steht die Eifel-Airbase angeblich doch auf der Kippe.

Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln: Seit gut einem Jahr vergeht kaum ein Monat, in dem nicht über die Zukunftsaussichten der US-Militär-Einrichtungen in Deutschland debattiert wird. Ständig mit in der Diskussion - die Eifel-Airbase Spangdahlem. Mal heißt es, der 50 Jahre alte Stützpunkt werde geschlossen, mal, dass er bleibt, ein anderes Mal, dass die Kampfjets zwar abgezogen werden, der Stützpunkt aber weiter von den US-Militärs genutzt wird. Als wäre das Tohuwabohu nicht schon groß genug, heizen jetzt ein Bericht der "Washington Post" und Äußerungen des derzeit in Amerika weilenden Mainzer Innenstaatssekretärs Bruch die Gerüchteküche neu an. Nach Gesprächen im Pentagon sagte der SPD-Mann, die Chancen für Spangdahlem stünden 50 zu 50. Noch schlechter sind die Aussichten für Baumholder, wo Panzerverbände der amerikanischen Militärs stationiert sind. Ihr Abzug gilt als wahrscheinlich. Laut "Washington Post" will das US-Verteidigungsministerium in den nächsten Jahren die Hälfte der in Deutschland stationierten 71 000 Soldaten abziehen. Ein Teil soll auf kleinere Stützpunkte in Ost-Europa verlegt werden. Von dort aus, heißt es im Pentagon, seien Krisenherde etwa im Mittleren Osten schneller erreichbar. Neben strategischen Gesichtspunkten sind vor allem die aus dem Ruder laufenden Kosten ausschlaggebend für die bevorstehende Schließungswelle . "Wir müssen die Steuergelder effizienter verwenden", sagte diese Woche Pentagon-Sprecher Raymond DuBois. Um möglichst viel Geld einzusparen, sollen in der seit 1988 fünften Schließungsrunde 2005 daher so viele Einrichtungen dicht gemacht werden wie in den vorangegangenen Runden zusammen. "Alle Stützpunkte stehen auf dem Prüfstand", sagt DuBois, "auch die im Ausland." Dass die Eifel-Airbase mit auf der Prüfliste steht, ist somit sicher. Sehr wahrscheinlich ist allerdings auch, dass der mit über 60 Fliegern und 5000 Soldaten bedeutendste Luftwaffenstützpunkt für US-Kampfjets in Europa nicht völlig aufgegeben wird. Ende 2005 kehren die Amerikaner der Frankfurter Rhein-Main-Airbase den Rücken, wird der Flugverkehr komplett nach Ramstein als der neuen Drehscheibe und Spangdahlem als Ausweich-Flugplatz verlagert. Mehrere hundert Millionen Euro lassen sich deutsche und amerikanische Stellen die Mega-Verlegung kosten. Kaum vorstellbar, dass das Geld zum Fenster rausgeworfen wird. Unsicher ist allenfalls noch, ob das in Spangdahlem beheimatete 52. Taktische Jagdgeschwader alle drei Staffeln behalten wird. Die Verlegung von US-Kampfflugzeugen ins Ausland sei im Gespräch, schreibt die "Washington Post". "Eine zeitweise Verlegung ist normal und noch lange kein Abzug", meint indes der Sprecher des US-Luftwaffen-Hauptquartiers, Wolfgang Hofmann. Er glaubt, dass in Spangdahlem auch in Zukunft noch Kampfjets stationiert bleiben. Alles andere seien Spekulationen. Daran wird sich bis zur endgültigen Entscheidung, die noch in diesem Jahr fallen soll, wohl auch nichts ändern.