Nicht realistisch

Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt fordert eine Wehrpflicht für Männer und Frauen. In Uniformen und an der Waffe oder in Zivil und im sozialen Dienst. Vom Grundgedanken her keine schlechte Idee. Doch mit der heutigen Situation in Deutschland ist diese Forderung noch nicht vereinbar.

Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt fordert eine Wehrpflicht für Männer und Frauen. In Uniformen und an der Waffe oder in Zivil und im sozialen Dienst. Vom Grundgedanken her keine schlechte Idee. Doch mit der heutigen Situation in Deutschland ist diese Forderung noch nicht vereinbar.Denn eine Wehrgerechtigkeit gibt es in der Republik bereits unter Männern schon lange nicht mehr. Nur noch ein geringer Prozentsatz aller Männer wird trotz Eignung für den Wehrdienst verpflichtet.

Und von der Gleichstellungsgesellschaft, mit der Schmidt seine Vision begründet, ist Deutschland auch noch weit entfernt.

Zu stark dominieren Vorurteile und Rollenklischees noch immer das Denken - Gleichberechtigung in der Arbeitswelt oder bei der Kinderbetreuung gibt es derzeit höchstens auf dem Papier.

Und wenn Frauen nicht die gleichen Rechte wie Männer haben, warum sollten sie dann deren Pflichten teilen? Für das Wohl der Gesellschaft? Dafür tun sie ohnehin schon genug: Die Mehrheit der gesamtgesellschaftlichen Aufgaben übernehmen Frauen - zum Beispiel in Gesundheit, in der Familie, bei der Bildung oder in der Pflege von alten Menschen.

Es gibt also keine plausiblen Gründe, die momentan für eine Umsetzung der Forderung von Helmut Schmidt sprächen.