Noch ist nichts passiert!

Nach dem Remis gegen die Niederlande war alles super, nach dem Remis gegen Lettland ist alles mies - wie immer bei großen Fußball-Turnieren schwankt die Stimmung von Spiel zu Spiel. Im Endeffekt ist aber überhaupt noch nichts passiert - nichts ist verloren, nichts gewonnen.

Ein Sieg gegen die Tschechen (vielleicht reicht sogar schon ein 0:0), und alles ist wieder in Butter - wenn man positiv denkt. Die Partie gegen Lettland war ein Rückfall in alte Zeiten - mutlos, ideenlos, teilweise hilflos rannte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen einen Gegner an, der sich geschickt einigelte. Traumfußball sieht anders aus, der Hunger nach Erfolg auch. Der unbedingte Wille? Fehlanzeige. Kreativität, um das lettische Bollwerk zu knacken? Null. Nun zu den Phrasen: Weil Deutschland eine Turniermannschaft ist, die sich immer an den Leistungen des Gegners orientiert und es die Zwerge im internationalen Fußball nicht mehr gibt, wird gegen Tschechien alles gut. Ohne einen Sieg und mit nur einem Treffer im Viertelfinale - so sehen Favoriten aus. So wurde Italien 1982 Weltmeister. Und wenn es nicht reicht für die DFB-Truppe? Dann muss Völler eingestehen, dass sein Personal (aber auch seine Personalpolitik) nicht ausreichen, um für höhere Aufgaben gewappnet zu sein. Denn vor allem der Unmut über die Leistungen des so genannten deutschen Angriffs sollten "Tante Käthe" zu denken geben. Mehr Mut, Herr Völler: Schlechter als Bobic und Klose spielt der junge Lukas Podolski auch nicht. Und noch mal ein Blick zurück, der Mut macht: 1996 gewann Deutschland in der EM-Vorrunde gegen Tschechien und wurde später Europameister - obwohl der Bundestrainer Berti Vogts hieß. b.pazen@volksfreund.de