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Nürburgring-Vergleich: Mainzer Politiker prüfen Details

Nürburgring-Vergleich: Mainzer Politiker prüfen Details

Erleichterung bei den Landespolitikern: Alle Parteien freuen sich, dass die zähe Auseinandersetzung zwischen den Sanierern und den Pächtern am Nürburgring beendet ist. Zugleich herrscht Skepsis über die einzelnen Ergebnisse.

Mainz. Monatelang dieses Hin und Her. Mal kurz vor dem Durchbruch, mal alles gescheitert. Dann wieder positive Signale. Stunden später Zurückrudern. All das ist seit gestern Nachmittag endgültig vorbei: Der Vergleich zwischen den Sanierern und den Pächtern des Nürburgrings, den zuvor schon das Innenministerium längere Zeit vergeblich angestrebt hatte, ist unter Dach und Fach. Die Verträge sind notariell beurkundet.
Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) begrüßt die Einigung am Nürburgring. "Der Vergleich gibt dem Nürburgring wieder Planungs- und Rechtssicherheit für den weiteren Betrieb und schafft die Voraussetzung für die Gestaltung der weiteren Zukunft am Ring", sagt Lewentz. Langjährige und kostenintensive Gerichtsverfahren seien damit vermieden worden. "Der Vergleich zeigt Region und Beschäftigten am Nürburgring wieder Perspektiven auf", betont Lewentz. Besonders positiv sei die Feststellung der Sanierer, dass der Vergleich die nahtlose Fortführung des Geschäftsbetriebs am Ring gewährleiste und dass alle Arbeitsplätze gesichert seien.
"Gut, dass die Dinge nach dieser langen Zeit geklärt sind", kommentiert SPD-Fraktionschef Hendrik Hering. "Jetzt kann ausgeschrieben werden. Und die Neukonzeption kann auf den Weg gebracht werden", sagt der frühere Wirtschaftsminister, der in dieser Zeit selbst intensiv mit dem Nürburgring befasst war. Für Hering eine wichtige Botschaft: "Alle Veranstaltungen können stattfinden. Das ist wichtig für die Region." Details des Vergleichsvertrags kenne er allerdings noch nicht.
"Wir begrüßen, dass es eine Einigung am Nürburgring gegeben hat. Für die Arbeitsplätze am Ring ist es ein gutes Ergebnis. Außerdem ist es zu begrüßen, dass es nun Klarheit bei Verträgen gibt und eine Regelung entwickelt wurde, die konform mit den Bestimmungen der EU ist", kommentiert Grünen-Fraktionschef Daniel Köbler. Dass nicht alles Gold ist, was glänzt, weiß Köbler nur zu genau: "Natürlich bedeuten Vergleiche immer auch Kompromisse. Das heißt, dass teilweise Bedingungen akzeptiert werden mussten, die man sich anders gewünscht hätte", sagt er. Die Grünen wollen sich Zeit nehmen, um alle Details kritisch zu prüfen und dann zu bewerten.
CDU-Fraktionsvize Alexander Licht sagt: "Die Insolvenzverwalter haben das Beste aus den schlechten Verträgen gemacht, die Kurt Beck und Hendrik Hering zu verantworten haben." Beck habe Hering damals über den grünen Klee gelobt. "Jetzt ist endgültig klar, dass es seinerzeit nur darum ging, die Regierung Beck über die Wahl zu retten." Licht begrüßt, dass Lindner und Richter aus dem operativen Geschäft am Ring ausscheiden. Das habe die CDU immer gefordert.