Nur logisch

Wie heißt es doch so schön: Die demokratischen Parteien müssen alle miteinander koalieren können. Die Theorie wird aber, wie so oft, von der Praxis eingeholt.

Wie heißt es doch so schön: Die demokratischen Parteien müssen alle miteinander koalieren können. Die Theorie wird aber, wie so oft, von der Praxis eingeholt. Schwarze und Gelbe in einem Bett, dazu in der Besucherritze die Grünen, dieses jamaikanische Fantasieprojekt ist von der Realität schneller eingeholt worden, als sich so mancher erträumt hat. Das gilt vor allem für Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel. Mit dem Kollaps der "Schwampel" sind ihre Chancen weiter gesunken, Kanzlerin zu werden.Am Ende des Weges steht jetzt die große Koalition, die sich derzeit aber wohl nur über den personellen Kompromiss realisieren lassen wird: Merkel weg, Schröder weg, Aufbruch mit neuem Personal. Man kann es den Grünen nicht verübeln, dass sie sich Union und FDP verweigert haben. Es ist doch nur logisch. So eine wahrlich revolutionäre Zusammenarbeit muss sich langsam entwickeln, von den Kommunen über die Länder in den Bund hinein. Sie lässt sich angesichts tiefgreifender, inhaltlicher und kultureller Differenzen also nicht aus dem Hauptquartier heraus verordnen. Schon gar nicht am eigenen Wähler vorbei. Denn die Grünen hätten sich in der Tat programmatisch verbiegen müssen, dass es nur so kracht. Mit Schrecken werden die Frontleute dabei an den notwendigen Parteitag zur Besiegelung eines Koalitionsvertrages gedacht haben - es hätte die Partei ohne Zweifel zerrissen. Jetzt heißt es Opposition. Und Erneuerung.

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