Oberhaupt für die Region?

Gut 60 Jahre ist es her, dass deutsche Truppen in Luxemburg eingefallen sind, Juden und politische Widersacher in KZ wie Hinzert brachten, junge Männer in der Wehrmacht zwangsrekrutierten und für eine fremde Nation in den Krieg schickten.

Gut 60 Jahre ist es her, dass deutsche Truppen in Luxemburg eingefallen sind, Juden und politische Widersacher in KZ wie Hinzert brachten, junge Männer in der Wehrmacht zwangsrekrutierten und für eine fremde Nation in den Krieg schickten. Gut zehn Jahre ist es her, dass mit dem Schengener Abkommen die Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Luxemburg endgültig weggefallen sind und wir hier wie dort ohne Hürden und Einschränkungen zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Tanken fahren können. Das liegt sicher an dem unbändigen Willen der Politik sich zu versöhnen, aber auch an jedem einzelnen Bürger, der seit Kriegsende mit dazu beigetragen hat, statt Unterschieden und einstigen Grausamkeiten die Gemeinsamkeiten hervorzuheben. Seinen Teil dazu hat auch das Großherzogliche Paar mit seinem gestrigen Besuch in Trier beigetragen. Die Königlichen Hoheiten Henri und Maria Teresa haben nicht nur blaublütiges Flair und einen Hauch von Monarchie mit an die Mosel gebracht, sondern auch gezeigt, dass man über europäische Integration nicht abstimmen muss, sondern sie auch leben kann. Dafür haben sie die Sympathie der Trierer Bürger gewonnen, aber auch die Überzeugung mancher erfahren, dass der Großherzog in der Region Trier ein gerngesehenes Oberhaupt wäre. Denn nicht nur Jugendliche sind schon davon überzeugt, dass Luxemburg fast schon wie Deutschland ist und umgekehrt. Wo sind also die Unterschiede? s.schwadorf@volksfreund.de