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Öffentlicher Dialog über Homosexualität

Öffentlicher Dialog über Homosexualität

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat Angebote zur "Heilung" von Homosexualität verurteilt. Für derartige Initiativen gebe es keinerlei kirchenamtliche Rückendeckung, sagte Ackermann bei einer Diskussionsrunde in Saarbrücken.

Saarbrücken. Ackermann äußerte sich bei einer vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Saar organisierten öffentlichen Diskussionsrunde, an der etwa 100 Menschen teilnahmen. Das zweistündige Treffen war bundesweit das erste dieser Art. In kleinerem Kreis hatten ähnliche Gespräche mit Vertretern von Lesben und Schwulen beispielsweise im Bistum Essen und im Vorfeld des Deutschlandbesuchs von Papst Benedikt XVI. 2011 im Erzbistum Berlin stattgefunden.
Unlängst hatte unter anderem die Zeit über Mediziner berichtet, die damit werben, die sexuelle Orientierung zu ändern, und die dafür in einigen streng christlichen Kreisen als "Geheimtipp" gelten.
Im Mittelpunkt des Treffens standen Fragen zum Umgang der Kirche mit Sexualität und zum kirchlichen Arbeitsrecht. Ein Thema waren die sogenannten Loyalitätsobliegenheiten. Demnach müssen Mitarbeiter im kirchlichen Dienst, die in einer homosexuellen Verbindung leben und diese Partnerschaft rechtlich eintragen lassen wollen, mit einer Entlassung rechnen. Der LSVD Saar forderte Ackermann in einem "Saarbrücker Appell" auf, öffentlich zu erklären, "dass in seinem Bistum Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der katholischen Kirche wegen Eingehung einer eingetragenen Partnerschaft nicht länger eine Kündigung ihres Arbeitsverhältnisses befürchten müssen". Dies solle zumindest für "nicht verkündende Berufe" gelten, etwa für Ärzte und Krankenschwestern in katholischen Krankenhäusern.
Ackermann räumte in Teilbereichen eine "Spannung" ein, "die nicht gut ist". Derzeit befänden sich die Bischöfe in intensiven Gesprächen darüber, wie die Loyalitätsobliegenheiten künftig auszugestalten seien. Das Gespräch in Saarbrücken bewertete der Trierer Bischof als "ehrlich".
Er wolle "hörbereit" sein und zu mehr gegenseitigem Verständnis in kontroversen Fragen beitragen. Auch die Veranstalter betonten, es gehe ihnen darum, Brücken zu schlagen und miteinander ins Gespräch zu kommen. KNA