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Öffnung für Wiederverheiratete: Bistümer warten ab

Trier/Freiburg/München. Die Diözese Freiburg will wiederverheirateten Katholiken mehr Rechte einräumen. In Rheinland-Pfalz stößt das Ansinnen auf vorsichtiges Interesse. Michael Schmitz

Trier/Freiburg/München. Die vom Bistum Freiburg vorangetriebene Öffnung der Kirche für wiederverheiratete Katholiken stößt im Bistum Trier auf ein verhaltenes Echo. Die Diözese ändert den bestehenden Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen zunächst nicht. Das Thema sei schon lange auf dem Schirm und werde intensiv diskutiert, sagte Bistums-Kommunikationsdirektor André Uzulis dem TV.

Im Begleitprogramm der anstehenden Synode im Bistum Trier solle es 2014 ein Forum dazu geben. Zu der Veranstaltung seien schon 200 Teilnehmer ins Robert-Schumann-Haus eingeladen worden. Eine direkte Stellungnahme von Bischof Stephan Ackermann zu den Handreichungen seines Freiburger Amtskollegen war gestern nicht zu bekommen, da Ackermann auf Dienstreise ist.

Die Synode im Bistum Trier beginnt am 13. Dezember und ist als Diskussionsprozess von zwei Jahren angelegt. Die 250 bis 300 Teilnehmer - Geistliche und Laien aus dem Bistum Trier - werden im Herbst gewählt. Die Synode wird erstmals seit 1956 wieder einberufen als Beratungsorgan des Bischofs, Entscheidungen treffen kann sie nicht.
Der ehemalige Trierer Bischof und jetzige Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx, erklärte, dass die deutschen Bischöfe mit einer Stimme sprechen wollen. Den Vorstoß aus Freiburg wertet Marx als "Beitrag zum noch nicht abgeschlossenen Diskussionsprozess". Eine von den Bischöfen eingesetzte Arbeitsgruppe werde ihren Bericht im Januar vorlegen. Marx setze sich auch in Rom für weitere Schritte bei diesem Thema ein, betonte sein Sprecher.

Mit Material von dpa