Ohne Alternative

Verständlich, dass der Aufschrei laut ist, wenn die große Koalition den Bürgerinnen und Bürgern gleich in mehreren relevanten Bereichen an den Geldbeutel will. Mehrwertsteuer, Pendlerpauschale, Sparerfreibetrag, drei wahrlich dicke Happen auf einmal, das ist heftig.

Doch wer jetzt wieder Klageorgien ankündigt und die Regierung als hemmungslose Abzocker beschimpft, der muss schon sagen, wie er es denn gerne hätte. Dieser Staat ist pleite, macht Jahr für Jahr mehr neue Schulden, als er Geld investiert, zahlt für diese Schulden horrende Zinsen. Und warum? Weil Millionen Menschen samt unzähligen Lobbyistenvereinen immer noch glauben, die jeweiligen Regierungen seien nur zu einem einzigen Zweck da: mit niedrigen Steuern höchste Standards zu garantieren. Die Milliarden sollen nur so sprudeln für soziale Sicherungssysteme, für Topbildung, Forschung und Technik, für den Straßenbau und fürs Kinderkriegen und selbstverständlich für Subventionen aller nur erdenklichen Art, in jeder Preisklasse und für jede Einkommenshöhe gestaffelt. Wer das alles bezahlt, interessiert herzlich wenig. Und es kümmert auch nicht, dass die Verschuldung von Bund, Ländern und Gemeinden im astronomischen Bereich liegt. Die Situation ist viel dramatischer, als es die meisten wahrhaben wollen. Diese Steuererhöhungen sind nur ein erster Schritt, die nächsten werden radikale Senkungen von Leistungen und die rigorose Streichung von Subventionen sein müssen, um die jeweiligen Regierungen überhaupt erst wieder in die Lage zu versetzten, mit geordneten Finanzen in die Zukunft zu investieren. Bis dahin aber ist es noch ein langer und manchmal steiniger Weg. Eine Alternativroute dazu aber gibt es nicht. Andere Länder haben die Durststrecke längst erfolgreich hinter sich. Die Arbeitslosigkeit dort ist niedriger, der Wohlstand höher. Es geht also. Auch bei uns! d.schwickerath@volksfreund.de

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