Ohne Fairness kein Erfolg

Klänge es nicht so zynisch, man könnte dem Irak-Krieg im Nachhinein glatt noch etwas Positives abgewinnen. Denn ohne das dringende Bedürfnis von George W. Bush und Tony Blair, nicht nur als Kriegstreiber in die Geschichte einzugehen, wäre der Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Welt fraglos nie zustande gekommen.

Klänge es nicht so zynisch, man könnte dem Irak-Krieg im Nachhinein glatt noch etwas Positives abgewinnen. Denn ohne das dringende Bedürfnis von George W. Bush und Tony Blair, nicht nur als Kriegstreiber in die Geschichte einzugehen, wäre der Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Welt fraglos nie zustande gekommen. Dennoch: Die reichen Länder sollten sich nicht zu sehr in der Sonne ihrer Großzügigkeit aalen. Sie schenken nichts zurück, was sie nicht vorher durch eine ungerechte Weltwirtschaftsordnung eingesackt hätten. Aber die Einsicht, dass man die Schlusslichter dieser Erde nicht einfach verhungern lassen darf, ist weit mehr, als noch vor ein paar Jahren erwartet werden konnte. Wer freie Märkte will, weltweiten Wettbewerb, schrankenlosen Handel und Wandel, der kann sich eine Massen-Verelendung nicht leisten. Die Chance für jenen Teil der Menschheit, den wir Dritte Welt nennen, kann aber nur genutzt werden, wenn die neuen finanziellen Spielräume weder zum Schmieren der Rüstungsspirale noch für die Alimentierung korrupter Macht-Eliten genutzt werden. Und der Schuldenerlass wird auch nutzlos verpuffen, wenn der Welthandel den jetzt begünstigten Staaten keine fairere Chance einräumt als bisher. d.lintz@volksfreund.de

Mehr von Volksfreund