Ohne Furcht und Adel

Fahren Sie nicht nach Großbritannien! Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in das Vereinigte Königreich. Ausnahmsweise ist aber nicht BSE oder die Maul- und Klauenseuche daran schuld, sondern die Monarchie.

Diese merkwürdigen Windsors haben sich wieder etwas neues ausgedacht. Schon seit langem sinken die Umfragewerte auf der Insel, wenn es um die Zustimmung zum englischen Königshaus geht. Die Royals sind schon lange nicht mehr so beliebt wie zu Zeiten Heinrich VIII., der ja wenigstensnoch ab und an eine seiner Frauen enthaupten ließ. Das hatte ja noch gewissen Unterhaltungswert. Die heutigen Royals sind aber auf dem absteigenden Ast. Deshalb haben sich die königlichen Berater etwas ganz raffiniertes einfallen lassen: Sie machen das ganze Inselvolk zum Ritter. Ganz einfach. Ritter dürfen laut königlichem Dekret nicht über die Königsfamilie meckern. Deshalb werden Leute wie Mick Jagger und diverse Promis zu Rittern geschlagen. Jeder Brite über 40 Jahren ist schon auf irgend eine Weise in diesem königlichen Netz gefangen. Jetzt wird sogar ein Amerikaner, Bill Gates, ein Ritter. Gerüchten zufolge soll auch der Fasan, den Königin Lisbeth kürzlich erschlagen hat, eigentlich zum "Knight of the British Empire" geschlagen werden. Aber das arme Tier hatte sich gewehrt... Menschen wurden bislang im Veradelungsrausch der Königin noch nicht verletzt. Allerdings kam es zu einem Missgeschick, als der deutsche Tourist Herbert Wicharsky den königlichen Palast besichtigen wollte. Als er hinter der Besichtigungsgruppe zurückblieb, um ein Gemälde zu fotografieren, stürzte sich Queen Elizabeth auf den wehrlosen Mann und adelte ihn in einem Handstreich. Seitdem darf er sich "Sir Hörbört" nennen, was seine Skatbrüder in Castrop-Rauxel allerdings nicht beeindruckt. a.houben@volksfreund.de