Ohne Konsequenz kein Erfolg

Eltern kennen das. Wenn die Zahl der Verbote anschwillt, schalten die lieben Kleinen ihre Ohren auf Durchzug, und die gut gemeinten Vorschriften sind Makulatur. In der Erziehung hat sich längst der Grundsatz von Zurückhaltung bei Regeln und Konsequenz bei deren Einhaltung durchgesetzt.

Nur im Straßenverkehr gilt oft noch das Prinzip "viel hilft viel". Kein Wunder, dass die Autofahrer, die Radler und Fußgänger den Reglementierungen, die oft von ruhebedürftigen Anwohnern durchgesetzt worden sind, die kalte Schulter zeigen. Auch wenn die Ämter im einzelnen triftige Gründe für neue Schilder haben, im Ganzen gibt es auf den deutschen Straßen zu viele Verkehrszeichen. Das Problem ist knifflig, nicht nur, weil die meisten von der Schilderflut überfordert werden. Autofahren ist eben mehr als nur Fortbewegung. Im heiligen Blech ballen sich Freiheits-Wunschträume, Selbstdarstellungen, Status-Ansprüche. Das Auto ist liebevoll gehegter Teil der eigenen Persönlichkeit. Da fällt es schwer, sich auf Regelungen einzulassen. So stößt die staatliche Reglementierung sogar bei Bürgern, die sonst ihren Pflichten gewissenhaft nachkommen, auf zähen Widerstand. Da hilft nur geduldige Kleinarbeit: Äußerste Sparsamkeit bei der Beschilderung, weniger Verbote und mehr Empfehlungen, mehr und vielleicht auch strengere Kontrollen. Mit einem Wort: Konsequenz. Wenn dann noch Einsicht und Rücksicht den Fortbewegungsdrang begleiten, ist schon viel gewonnen. m.moeller@volksfreund.de