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Organspende: Kirchenoberhaupt mahnt zu Wahrung der Ethik. Themenseite im Volksfreund.

Vatikanstadt/Augsburg/Wissmannsdorf : Der Papst wirbt für Organspenden

Kirchenoberhaupt mahnt aber zu Wahrung der Ethik. Themenseite heute im TV.

In Deutschland ist es derzeit ein kontrovers diskutiertes Thema, nun hat sich auch Papst Franziskus in die Debatte eingeklinkt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche hat für Organspenden geworben. Der Bedarf sei weiterhin hoch; eigene Organe für Kranke zur Verfügung zu stellen, entspreche nicht nur der sozialen Verantwortung, sondern sei auch ein Zeichen umfassender Solidarität und der Nächstenliebe. Eine Spendenkultur müsse durch Information und Sensibilisierung gefördert werden, betonte er bei einem Treffen mit dem italienischen Organspenderverband im Vatikan.

Der Papst verwies auf den Katechismus der katholischen Kirche, der die Organspende eine „edle und verdienstvolle Tat“ nennt. Zugleich heißt es dort, Organspende sei „sittlich unannehmbar, wenn der Spender oder die für ihn Verantwortlichen nicht ihre ausdrückliche Zustimmung gegeben haben“. Franziskus betonte, Organspende müsse „auf ethisch akzeptable Weisen“ erfolgen und unentgeltlich sein: „Jede Form der Vermarktung des Körpers oder eines seiner Teile widerspricht der Menschenwürde.“

Die großen Herausforderungen in der Transplantationsmedizin verdeutlicht Matthias Anthuber, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, im TV-Interview. Für Anthubers Organspende-Aktionsbündnis wird bei einem Promi-Charity-Golfturnier am 23. August im Golf-Resort Bitburger Land Geld gesammelt.

Anthuber macht unter anderem auf die Tatsache aufmerksam, dass es heute viel mehr ältere Spender gebe: „Deswegen sagen wir: Wenn auch ein 80-Jähriger noch eine gute Leber hat –  und das wird sehr genau geprüft –, dann kommt er auch als Spender infrage.“

Um frühzeitig für das Thema Organspende zu sensibilisieren, plädiert der 60-Jährige für eine Aufklärungsarbeit schon in der Schule: „Sie muss für 15- und 16-Jährige ein Teil des Biologieunterrichts werden. (...) Wenn auch 16-Jährige anfangen, sich kritisch mit dem Tod auseinanderzusetzen, dann bekommen wir in Zukunft auch eine andere Kultur in Bezug auf Organspenden.“

Schon sehr früh mit Leben und Tod musste sich Chantal Bausch beschäftigen. Als Zwölfjährige bekam sie ein Spenderherz transplantiert. Inzwischen ist Bausch 26 Jahre alt – und sie betreibt Leistungssport. Ihre bewegende Geschichte erzählen wir heute im TV.