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Päpstliche Spuren in der Domstadt

Päpstliche Spuren in der Domstadt

TRIER. (mic) Papst Benedikt XVI. – als Joseph Kardinal Ratzinger hat er auch im Bistum Trier Spuren hinterlassen: Zuletzt beim Besuch Anfang Dezember 2003 in der Domstadt.

Joseph Kardinal Ratzinger – ein streitbarer Kurienkardinal, der auch im Bistum Trier schon für Aufsehen sorgte. Anfang Dezember 2003 besuchte er das Deutsche Liturgische Institut in Trier für zwei Tage anlässlich einer Jubiläumsveranstaltung zur Verabschiedung der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils 1963. Ratzinger hielt eine Predigt vor 1500 Zuhörern im Trierer Dom, trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein und beteiligte sich an einem wissenschaftlichen Kolloquium. Dabei verglich der Kardinal die Kirche mit einem "Schifflein in stürmischen Zeiten", zeigte sich aber auch optimistisch und sagte, die Kirche stehe "inmitten aller Erschütterung auf Felsengrund". Zum Thema des Kolloqiums, – die Zukunft der Liturgie –, brachte er seine Auffassung im Gespräch mit dem TV auf einen kurzen Nenner: "Ich bin ganz dagegen, dass man in der Liturgie alle 30 Jahre alles wieder anders macht." Das überraschte insofern, als zuvor Gerüchte um eine rückwärts-gerichtete Liturgie-Reform innerkirchlich für Aufsehen gesorgt hatten. Teil der Gerüchte: Der Vatikan wolle Messdienerinnen abschaffen. Doch Ratzinger dementierte: "Da sind so brave – wenn man das Wort brav heute noch gebrauchen darf –, also, so gläubige Mädchen, dass es mich freut, dass sie diesen Dienst haben, und dass ich ihnen den auch nicht absprechen möchte." Mehr Rechte für Frauen in der Kirche erlaubte der Vatikan freilich auch nicht, als "Redemptionis Sacramentum" ("Das Sakrament der Erlösung") nach Ostern 2004 veröffentlicht wurde. Ratzinger hatte an dem Papier maßgeblich mitgearbeitet. Kein Wunder, dass deshalb sein Besuch in Trier die bundesweite Presse angelockt hatte. Liturgie-Experten waren von Ratzingers Auftreten und Reden angetan. Das Liturgische Institut veröffentlichte die Rede gar auf CD. Auch im Internet ist sein Auftritt in Trier in Ton und Bild ausführlich dokumentiert ( www.liturgie.de) – als hätten die Veranstalter geahnt, dass sie einen künftigen Papst zu Gast hatten.