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Parteitag wählt Julia Klöckner zur neuen CDU-Chefin

Parteitag wählt Julia Klöckner zur neuen CDU-Chefin

Julia Klöckner (37) ist die neue Nummer eins der rheinland-pfälzischen CDU. Die Spitzenkandidatin für die Landtagswahl ist am Samstag in Mainz mit großer Mehrheit auch zur Parteichefin gewählt worden.

(fcg) „Krönung“ mit Kanzlerin: Beim CDU-Landesparteitag in der Mainzer Phönix-Halle, an dem Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnahm, haben 96,9 Prozent der 397 Delegierten für die ehemalige Deutsche Weinkönigin Julia Klöckner votiert. Sie folgt als neue Landeschefin der Partei auf Christian Baldauf, der vier Jahre lang an der Spitze stand und auf eine Wiederwahl verzichtet hatte. Baldauf ist nun neben dem Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz stellvertretender Parteichef.

In einer kämpferischen Rede nannte Klöckner als Ziel, bei der Landtagswahl im März 2011 die CDU zur stärksten Fraktion zu machen, „mit einem Prozent mehr als die SPD“, und Ministerpräsident Kurt Beck abzulösen. Der Landesregierung warf sie vor, sie sei „abgestumpft, dünnhäutig, leichtsinnig und unglaublich verschwenderisch“. Ihre „Gutsherrenart“ passe nicht mehr in die Zeit.

An ihre eigene Partei appellierte Klöckner: „Raus aus unseren Stuben, raus ins Land zu den Leuten!“ Sie wolle eine Mitgliederoffensive starten und strebe eine Bürgerbewegung an. Die Union hole hervorragende Ergebnisse bei Kommunal-, Bundestags- und Europawahlen – „warum soll uns das nicht auch bei der Landtagswahl gelingen?“

Generell müsse Regierungspolitik „endlich wieder so denken und agieren wie Familienbetriebe“. Diese dächten in Generationen. Bei der Bildung strebt die CDU-Chefin landeseinheitliche Abschlussprüfungen für Schüler sowie einen verbindlichen Sprachtest im vierten Lebensjahr an. Klöckner will ein verpflichtendes viertes Kindergartenjahr einführen, um ausreichende Sprachkenntnisse bei der Einschulung zu gewährleisten. Zuvor hatte Klöckner bereits den Plan eines strikten Sparkurses zum Abbau der Verschuldung im Land sowie einen neuen Zuschnitt der Mainzer Ministerien genannt.

Bundeskanzlerin Merkel ermahnte die lange von internen Querelen gebeutelte Landespartei: „Gut ist man nur, wenn man sich verträgt.“ Sie komme „jetzt immer so gerne hierher, weil hier so schöner Friede ist“.