Philipp Rösler nackt sehen

Was wäre, wenn Philipp Rösler sich einfach mal outen würde, ohne Krawatte und Sakko über die Berliner Friedrichstraße laufen zu wollen? Die Frage stellte sich der Gesundheitsminister in dieser Woche selbst bei einer Veranstaltung der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

Seine Antworten waren diese: "Aus gut informierten Kreisen" werde dann bestimmt berichtet, Rösler plane, demnächst nackt über die Friedrichstraße zu laufen. Die Opposition werde dann schimpfen, "so ist der Rösler von der FDP, das ist die gelebte soziale Kälte." Breite Unterstützung werde er aber von seiner Partei erhalten: "Wenn die Steuern gesenkt werden und die Rahmenbedingungen stimmen, wird der Rösler auch bald wieder etwas zum Anziehen haben." Und wenn er dann den Bericht dementiere, so der Minister unter großem Gelächter, heiße es: "Rösler rudert zurück." Der Mann hat s derzeit wirklich nicht leicht.

Auch Rainer Brüderle, FDP-Wirtschaftsminister, ist nicht zu beneiden. Bei der Debatte über seinen Etat bekam er am Dienstag ordentlich auf die Mütze: Er sei lediglich ein "Man-müsste-mal-Minister", stichelte der SPD-Abgeordnete Garrelt Duin. Brüderle sage, man müsste mal dem Handwerk helfen, "aber das Einzige, was kommt, ist der Vorschlag einer Nullrunde", so Duin. Dann gebe der Minister zu Protokoll, man müsste mal im Bereich der Energie neue Dinge voranbringen. Ein Konzept sei aber erst für den Sommer geplant. Und überhaupt: Nur zwei Seiten Arbeitsplanung habe Brüderle vorgelegt - worauf der Grüne Alexander Bonde ketzerisch dazwischenrief: "Steht da jetzt jedes Weinfest drauf, oder was?"

Guido Westerwelle hingegen stand am Mittwoch im Bundestag wegen seiner umstrittenen Reisepraxis unter Beschuss. Die einen lästerten über ihn, die anderen nahmen ihn in Schutz.

Wie Herbert Frankenhauser (CSU), seit ewigen Zeiten Abgeordneter und auch Präsident des "Deutschen Instituts für Reines Bier". Der Haushälter meinte, er habe viele Außenminister sozusagen haushalterisch begleiten dürfen. "An diesem reichhaltigen Fundus, was Amtsausstattung, Reisen und Delegationen anbelangt, und zwar in Bezug auf Außenminister jedweder Couleur, würde ich gerne alle Kolleginnen und Kollegen teilhaben lassen." Da kann jemand also Pikantes verraten.

Ilse Aigner, Landwirtschaftsministerin, konnte demgegenüber bei der Beratung ihres Etats am Donnerstag noch etwas lernen. FDP-Mann Heinz-Peter Haustein geriet zunächst einmal ins Schwärmen: "Wir können uns freuen, einen so schönen Haushalt zu haben", meinte der Liberale salbungsvoll. Schön bunt, oder was? Und dann fügte er an: "Und zum Schluss, liebe Freunde, noch ein Spruch: Das beste Wappen in der Welt ist der Pflug im Ackerfeld. In diesem Sinne ein herzliches Glückauf aus dem Erzgebirge!" Na dann...