Phish-Züge

In den USA versuchen Kriminelle schon länger, über Telefon oder Internet nach Daten aus dem persönlichen Umfeld potenzieller Opfer zu angeln, vorzugsweise Konto-Informationen. Allerdings scheinen den Daten-"Phishern" hierzulande nicht so viele ins Netz zu gehen.

Das mag auch daran liegen, dass die Ganoven meist im Ausland sitzen und mit der deutschen Sprache auf Kriegsfuß stehen oder gleich in Englisch schreiben. Die Internet-Nutzer sind vorsichtiger geworden. "Kournikova", "I love you", "MyDoom" und "Blaster" klingen einigen noch unangenehm in den Ohren. Viren und Würmer wie diese haben beim einen oder anderen zwangsläufig zu einem veränderten Sicherheitsbewusstsein beigetragen. Das ist angesichts täglich neuer Bedrohungen aus dem Netz auch dringend nötig. Weitaus gefährlicher als Phishing-Mails sind, wie das jüngste Beispiel zeigt, Trojaner-Attacken. Hat sich ein solches Spionageprogramm erst einmal auf einem Rechner eingenistet, sind vor ihm Konto- und andere persönliche Daten nicht mehr sicher. Die neuen Angriffe aus dem Web machen deutlich, dass simple Mechanismen mit Passwort, Identifikations- und Transaktionsnummern nur einen geringen Schutz bieten. Auf Nummer sicher geht man erst mit Chipkarten oder verschlüsselten Daten - und durch einen umsichtigen Umgang mit Mails. Das Haupteinfallstor für digitale Schädlinge ist der Online-Briefkasten. Darum gilt: Trau, schau wem. Mails aus dubiosen Quellen gehören direkt in die virtuelle Mülltonne. j.engbrocks@volksfreund.de