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Pinguin schwimmt jedes Jahr 8000 Kilometer, um seinen Retter in Brasilien zu besuchen

Pinguin schwimmt jedes Jahr 8000 Kilometer, um seinen Retter in Brasilien zu besuchen

Wer bislang dachte, der Hund sei der beste Freund des Menschen, dem sollten bei dieser Geschichte zumindest Zweifel kommen. Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, hat ein Mann 2011 in Brasilien einem Pinguin das Leben gerettet, dessen Gefieder von Öl verschmutzt war. Seitdem besucht das Tier seinen Retter jedes Jahr und schwimmt dafür um die 8000 Kilometer.

Pinguin schwimmt jedes Jahr 8000 Kilometer, um seinen Retter in Brasilien zu besuchen
Foto: screenshot youtube/wall street journal
Pinguin schwimmt jedes Jahr 8000 Kilometer, um seinen Retter in Brasilien zu besuchen
Foto: screenshot youtube/wall street journal
Pinguin schwimmt jedes Jahr 8000 Kilometer, um seinen Retter in Brasilien zu besuchen
Foto: screenshot youtube/wall street journal

Vor etwa fünf Jahren entdeckt der Brasilianer Joao Pereira de Souza an einem Strand vor seinem Haus auf einer Insel nahe Rio de Janeiro einen kleinen Pinguin. Laut "Wall Street Journal" stand es um das kleine Tier ziemlich schlecht - sein Körper war komplett mit Öl verklebt.

Der ehemalige Maurer nahm den Magellan-Pinguin zu sich, säuberte sein Gefieder und peppelte ihn nach und nach wieder auf. Der heute 71-Jährige taufte ihn auf den Namen Dindim. In Brasilien nennt man so ein Wassereis mit Früchten - ein Pinguin liebt die Kälte, süß ist er aber auch.

Nach einer Woche wollte er den Vogel in die Freiheit entlassen, doch Dindim blieb noch elf weitere Monate bei Souza. Kurz nachdem er sein Gefieder gewechselt hatte, war er plötzlich verschwunden. Der Brasilianer dachte, er würde den Pinguin nie wieder sehen.

Doch das tat er: Schon wenige Monate später tauchte Dindim wieder an dem Strand auf, erkannte seinen Retter und folgte ihm bis zu seinem Haus. Seitdem verbringt der Pinguin jedes Jahr etwa acht Monate bei de Souza. "Er kommt immer im Juni und schwimmt dann im Februar wieder nach Hause", so der Brasilianer.

Magellan-Pinguine sind dafür bekannt, dass sie im Jahr mehrere tausend Kilometer zwischen ihren Brutplätzen und Futterstellen zurücklegen. Wissenschaftler vermuten, dass das Brutgebiet von Dindim in der Nähe der Falklandinseln liegt. Der Pinguin nimmt also jedes Jahr etwa 8000 Kilometer auf sich, um seinen menschlichen Freund regelmäßig zu sehen.

Videoaufnahmen des "Wall Street Journal" zeigen, wie liebevoll Mann und Pinguin miteinander umgehen. Der Pinguin neckt den Brasilianer mit seinem Schnabel und schmiegt sich an ihn. De Souza sagt, dass nur er den Vogel anfassen dürfe, andere Menschen würde er sofort picken.

Ein paar Monate wird Dindim nun wieder zusammen mit anderen Pinguinen an seinem Brutgebiet im Süden von Südamerika verbringen. Ob er auch nächsten Juni wieder zu der kleinen Insel bei Rio de Janeiro schwimmt, weiß niemand genau. Joao Pereira de Souza glaubt dennoch fest daran.

Es könnte eine lange Freundschaft zwischen Mensch und Tier werden, denn Pinguine leben länger als 25 Jahre.

Video von Dindim und Joao