Polizei muss weiter auf Digitalfunk warten

Polizei muss weiter auf Digitalfunk warten

Die Einführung des abhörsicheren Digitalfunks für Polizei und Rettungsdienste verzögert sich erneut. Der in der Region Trier eigentlich für Herbst geplante Probebetrieb soll nun erst im Frühjahr 2011 beginnen.

Trier. (sey) Gut Ding will Weile haben: Das trifft offensichtlich auf die bundesweite Einführung des Digitalfunks für Rettungs- und Sicherheitsorganisationen ganz besonders zu. Etliche Male wurde der Startschuss bereits verschoben; und dabei gehört Rheinland-Pfalz nicht einmal zu den Langsamen unter den 16 Bundesländern. Im Netzabschnitt Nord, zu dem auch die Region Trier gehört, sollte der Probebetrieb ursprünglich in diesem Herbst starten. Jetzt wird's wohl doch Frühjahr, sagte der Mainzer Innenstaatssekretär Roger Lewentz (SPD) am Freitag bei einer Fachtagung in Trier. Alte Polit-Hasen wie der ehemalige Trier-Saarburger CDU-Landtagsabgeordneten Dieter Schmitt können über die neuerliche Verzögerung nur schmunzeln. "Über das Thema wurde schon diskutiert, als ich Mitte der 80er Jahre in den Landtag gekommen bin", ulkte der Parlaments-Pensionär.

Immerhin: Wenn der Digitalfunk denn eingeführt ist (bundesweit soll das bis 2013 der Fall sein), wird sich die Kommunikation von Polizei, Feuerwehren und anderen Rettungsorganisationen deutlich verbessern. Funklöcher in Regionen mit schlechtem Analog-Empfang gehören dann der Vergangenheit an. Und abhörsicher soll der Digitalfunk auch sein. Weiterer Vorteil: Bis zu einer halbe Million Nutzer können - theoretisch - mit der neuen Technik bundesweit gleichzeitig kommunizieren.

Und: Ist eine der 13 rheinland-pfälzischen Rettungs- oder Polizeileitstellen etwa wegen eines Großeinsatzes überlastet, kann dank neuer Vernetzung eine andere Leitstelle deren Aufgaben übernehmen. Laut Lewentz kostet die Digitalfunk-Einführung das Land 90 Millionen Euro.