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Polizei warnt Betriebe vor Abzockern

Polizei warnt Betriebe vor Abzockern

TRIER. (jp) Die „Bundesvereinigung der Polizei-Basis-Gewerkschaften“ ist Mitherausgeber der kostenlosen Hauswurfsendung „Sicherheit heute“ und lässt auch in der Region Trier nach Anzeigenkunden für diese Broschüre suchen. Die Trierer Polizei distanziert sich von der „Bundesvereinigung“ und warnt vor deren Methoden.

Die Broschüre, die auch in der Region Trier in vielen Briefkästen gelandet ist und voraussichtlich auch in Zukunft landen wird, "hat nichts mit der Polizei Trier zu tun und ist auch nicht in Zusammenarbeit mit uns entstanden", sagt Monika Peters, Sprecherin der Trierer Polizei. "Wir weisen darauf hin, dass der Name Polizei nicht geschützt ist." "Geschäftsleute werden dazu verleitet, in Broschüren mit Sicherheitstipps und polizeilichen Warnungen kostenpflichtige Inserate zu schalten." Dabei gebe es seit Jahren Warnungen vor "dubiosen Polizei-Verlagen, die gezielt Firmen anschreiben und ihnen eine Zusammenarbeit mit der Polizei vortäuschen".

Die jüngste Ausgabe von "Sicherheit heute" umfasst zwei Kapitel: "Kinder und Fahrräder" und "Wohnungseinbruch verhindern". Doch der Inhalt ist sekundär. Es sind die Anzeigen, die im Mittelpunkt stehen.

"Ich habe schon mit vielen Geschäftsleuten gesprochen, die sich hintergangen fühlen", sagt Josef Schumacher, Vorsitzender der Bezirksgruppe Trier der Gewerkschaft der Polizei (GdP). "Die Anzeigenwerber vermitteln den Eindruck, dass sie die örtlich bekannte Polizeigewerkschaft und deren Strukturen vertreten. Das ist nicht der Fall." Die "Bundesvereinigung der Polizei-Basis-Gewerkschaften" habe mit der Gewerkschaft der Polizei nichts zu tun. Außerdem wartet auf Gewerbetreibende, die eine Anzeige in "Sicherheit heute" schalten, offenbar eine Überraschung. "Die Leute wenden sich auch an mich, wenn sie bemerken, dass sie nur eine einzige Werbung schalten wollten, aber eine Rechnung für 13 Ausgaben erhalten und deftig zur Kasse gebeten werden."

Rechtsanwalt Jan Dorell aus Stockach am Bodensee vertritt seit Herbst 2000 mehrere hundert Geschädigte aus dem ganzen Bundesgebiet und bestätigt Schumachers Aussage im Gespräch mit dem TV: "Eine Klausel legt fest, dass sich das Volumen auf zwölf Anzeigen erhöht, wenn der Vertrag nicht fristgerecht nach Erhalt der ersten Ausgabe schriftlich widerrufen wird. Die Leute sollen 13-mal 200 Euro oder mehr zahlen." Der TV sprach mit Dieter Uekermann, dem Vorsitzenden der "Bundesvereinigung der Polizei-Basis-Gewerkschaften": "Wir wissen, dass die Akquise der Werbeanzeigen verschiedentlich kritisiert wurde. Dort, wo die Kritik berechtigt schien, haben wir uns bei dem dafür zuständigen Unternehmen jeweils bemüht, ihr die Grundlage zu nehmen."