| 21:23 Uhr

Pollenalarm: Keine Entspannung für Allergiker in der Region

Sabrina kämpft wie viele andere zurzeit auch mit ihrer Pollenallergie. Nach den Birken blühen jetzt die Gräser.
Sabrina kämpft wie viele andere zurzeit auch mit ihrer Pollenallergie. Nach den Birken blühen jetzt die Gräser. FOTO: Klaus Kimmling
Trier. Die extreme Birkenpollenkonzentration hat Allergikern im April das Leben schwergemacht. Sollte es so trocken bleiben, drohen auch jenen, die auf den Blütenstaub der Gräser allergisch reagieren, heftige Reaktionen ihres Körpers. Ariane Arndt

Gelb, klebrig, hartnäckig: Bis vor wenigen Tagen hat der Blütenstaub Autofahrer verärgert, deren Fahrzeuge ständig mit einer gelben Staubschicht bedeckt waren. Die lokalen Schauer der vergangenen Tage haben die Autos nun wieder halbwegs saubergewaschen und Allergikern ein kurzes Durchatmen verschafft.

Üppige Blüte und anhaltende Trockenheit haben den Pollenflug in der Region Trier begünstigt: Menschen, die allergisch auf die winzigen Pollen der Frühblüher reagieren, haben besonders heftig unter triefenden Nasen und brennenden Augen gelitten.

Etwa 16 Prozent der Deutschen leiden unter einer Pollenallergie - Tendenz steigend. Diese Zunahme habe mehrere Ursachen, erklärt Wolbert Schnieders-Kokenge von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie. Zum einen fliegen die Pollen immer länger: "Betroffene haben nur noch im November Ruhe." Außerdem würden die Pollen im Zusammenhang mit Luftverschmutzung aggressiver. Und schließlich führe auch der Trend zur übertriebenen Hygiene dazu, dass Menschen empfindlicher auf ihre Umwelt reagierten.

Etwas stärkere Reaktionen hat der Trierer Kinder- und Jugendarzt Dr. Michael Collet beim heftigen Beginn des Birkenpollenflugs beobachtet. Einige Patienten hätten erstmals zusätzlich über Atemwegsprobleme geklagt. Der Arzt mit Spezialfach Allergologie betont, dass es für viele Allergiker erst jetzt richtig losgehe: Nach den Frühblühern - zuletzt versendete die Birke die Pollen in die Welt - sind nun die Gräser an der Reihe.

Entwarnung gibt Ekko Bruns vom Deutschen Wetterdienst jedoch für die Birke noch nicht. Zwar sei sie in der Region fast abgeblüht, viele Pollen seien jedoch noch in der Luft und auf dem Boden. Wind könnte zudem Pollen aus Nordosten, wo die Blüte später begonnen hat, herwehen. Sollte es so trocken bleiben, könnte auch bei der Gräserblüte eine extreme Pollenkonzentration drohen, meint Bruns. Derzeit ist kein lang andauernder Regen in Sicht. (arn)