Prädikat "sehr gut"

Es war ein Fest. Ein Fest der Superlative, der tollen Spiele, der Überraschungen, aber auch ein Fest der perfekten Organisation und ohne Gewaltakte von Hooligans. Der Fußball-EM gebührt das Prädikat "sehr gut".

Was sicherlich nicht für die Leistungen des deutschen Teams gilt. Mangelnder Einsatz, eine Posse jagt nach dem Völler-Rücktritt die nächste - nicht gerade rosige Aussichten für die WM 2006 im eigenen Land. Aber mit diesen Problemen sind wir nicht alleine: Auch Turnierfavoriten wie Frankreich, Spanien oder die Niederlande geizten mit guten Leistungen, wenn sie auch - zumindest teilweise - die Vorrunde überstanden. Was man mit Herzblut und Engagement erreichen kann, haben die Final-Teilnehmer gezeigt. Da Rehhagels griechische Überflieger, dort die Gastgeber, die sich von der Euphorie im ganzen Land anstecken ließen. Die EM hat gezeigt: Die Trennung in Riesen und Zwerge hat sich endgültig überlebt. Musste sie auch. Warum soll ein Grieche oder ein Lette, der in Deutschland, Italien oder England sein Geld verdient, schlechter sein als derjenige, der aus den "Mutterländern" stammt? Womit aber ein nicht nur in Deutschland existentes Problem einhergeht: Wie sollen die nationalen Talente zu Einsätzen kommen, wenn die "besten Plätze" von Ausländern belegt sind? Die Vereine müssen sich gemeinsam verpflichten, mehr auf den Nachwuchs zu setzen und damit dem Zugpferd Nationalmannschaft wieder die Sporen zu geben. b.pazen@volksfreund.de

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