Projekt Großregion gewinnt an Fahrt

Projekt Großregion gewinnt an Fahrt

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen der Region Trier, Luxemburg und Frankreich ist auf dem Weg zu einer neuen Qualität. Wirtschaft, Politik und wissenschaftliche Studien sehen große Chancen - aber auch noch viel Handlungsbedarf.

Trier. (DiL) Begriffe wie "Großregion" (die Kooperation von Rheinland-Pfalz, Luxemburg, Saarland, Lothringen und Ostbelgien) und "Quattropole" (das Städtebündnis Trier-Metz-Saarbrücken-Luxemburg) stehen schon lange auf der Agenda, galten aber bislang eher als Papiertiger. Bürokratische Hemmnisse und Sprachprobleme standen einem Ausbau der Zusammenarbeit im Weg.

Doch im Zeichen der Wirtschaftskrise kommt Bewegung in bislang festgefahrene Strukturen. Eine über vier Jahre laufende, großangelegte Studie der Uni Trier zieht das Fazit, es gebe bei den Bürgern auf allen Seiten "eine positive Grundstimmung für grenzüberschreitende Kooperationen". Auch in der Wirtschaft komme die Großregion mit ihren Möglichkeiten "immer mehr in die Köpfe", sagt Geschäftsführer Matthias Schwalbach von der Trierer Handwerkskammer. Es gebe "enorme Steigerungsraten bei den Aufträgen", aber auch "wachsende Messebeteiligungen von Handwerkern, vor allem in Luxemburg".

Freilich sehen Wissenschaftler und Experten nach wie vor Probleme. Die grenzüberschreitende Öffentlichkeitsarbeit lasse "sehr zu wünschen übrig", sagt Peter zur Nieden, der für den Fachbereich Geographie der Uni Trier die Stimmung der Bürger in den Quattropole-Städten untersucht hat. Konsequenz: Chancen bleiben ungenutzt. Was der Wirtschaft zu schaffen macht, sind einsprachige Formulare, Benachteiligung bei Ausschreibungen oder doppelte Gebühren. Fachmann Schwalbach verspricht sich einiges von der neu gegründeten "Task Force" der Großregion, die bürokratische Hürden abbauen soll. Die Trierer Handwerkskammer bemühe sich, "da mitreinzukommen". Ein Problem teilen "Normalbürger" und Wirtschaft: die miserablen grenzüberschreitenden Verkehrsbedingungen. Bahn und Bus bekommen ganz schlechte Noten, und auch die Straßen-Achsen lassen manche Wünsche offen.

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