Rauchende Colts

Gutes Timing ist alles: Mit der am US-Unabhängigkeitstag abgefeuerten Raketensalve hat der nordkoreanische Diktator Kim Jong-l einmal mehr seine Entschlossenheit unter Beweis gestellt, sich nicht den Wünschen der USA und der Staatengemeinschaft zu beugen.

Sein Atomprogramm und sein Raketenarsenal, das vermutlich auch nukleare Sprengköpfe beinhaltet, sind sein Faustpfand im Poker um einen Friedensvertrag, politische Anerkennung und wirtschaftliche Beihilfen. Mit allen Mitteln will Kim die Macht seiner Dynastie und der Militärs sichern. Darüber täuschen auch Sonderwirtschaftszonen nicht hinweg. Zweifellos belasten die Tests die festgefahrenen Gespräche am 38. Breitengrad. Sanktionen werden sie allerdings auch nicht beleben, sie schaden allenfalls der ohnehin gebeutelten Bevölkerung. Letztlich werden auch die USA mangels anderer (militärischer) Optionen wohl oder übel den auf dem Verhandlungstisch liegenden Colt ertragen müssen. j.engbrocks@volksfreund.de