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Kirche
Reaktionen aus der Region

Katholische Oberhirten bei einer Vollversammlung der Bischofskonferenz.
Katholische Oberhirten bei einer Vollversammlung der Bischofskonferenz. FOTO: Uwe Zucchi / dpa
Trier. Von Rolf Seydewitz

Während sich Triers Bischof Stephan Ackermann und seine drei Weihbischöfe am Dienstag von der schweigsamen Seite zeigten, gaben sich andere Gläubige beim Thema Kommunionsstreit weniger zugeknöpft. Der Vorsitzende des Katholikenrats im Bistum Trier, Manfred Thesing, fühlt sich angesichts des nach seiner Meinung „ungehörigen Schreibens“ der sieben Bischöfe an alte Zeiten erinnert, in denen es geheißen habe: „Ein Drittel der Bischöfe ist progressiv, ein Drittel konservativ, und ein Drittel liegt irgendwo dazwischen“, sagt der Vorsitzende des obersten Laiengremiums im Bistum. Thesings Schlussfolgerung: „Es scheint sich nichts geändert zu haben.“ Die Bischofskonferenz beschädige sich selbst.

Ähnlich kritisch sieht auch der Sprecher der Laieninitiative Wir sind Kirche, Hanspeter Schladt, das Schreiben der sieben Kritiker. Vermutlich sei den Bischöfen entgangen, dass sich die meisten in konfessionsverschiedenen Ehen lebenden Menschen schon längst aus der katholischen Kirche verabschiedet hätten. „Die übrigen werden nun durch die sieben Bischöfe bewusst aus der Kirche hinausgeworfen“, meint Schladt. Er glaubt nicht, dass Rom am Beschluss der deutschen Bischöfe etwas ändere. Papst Franziskus ermutige doch seit Jahren die örtlichen Bischofskonferenzen, Tradition und Lehre in Frage zu stellen und vor Ort eigene pastorale Wege zu gehen.

Der emeritierte Trierer Theologieprofessor Wolfgang Ockenfels schlägt sich dagegen auf die Seite der Kritiker. In der Politik werde bei strittigen Sachverhalten das Bundesverfassungsgericht angerufen, und Katholiken wendeten sich in solchen Dingen an den Vatikan. „Das ist völlig legitim. Rom ist auch dazu da, Streitfälle zu lösen“, sagte Ockenfels am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung. Scharfe Kritik äußerte der Theologe in diesem Zusammenhang an der Deutschen Bischofskonferenz. Eine nationale Bischofskonferenz könne nicht einfach par ordre du mufti eine Linie festlegen. Schließlich gehe es in solchen Fragen um die Einheit der Kirche.