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Rechenspiele bis zum Wahl-Erfolg

TRIER. Noch knapp vier Wochen bis zur Europawahl: Dann, am 13. Juni, sind rund drei Millionen Rheinland-Pfälzer zur sechsten Direktwahl des Europäischen Parlaments aufgerufen. Doch Brüssel und Straßburg sind für viele weit weg, die Namen der Kandidaten klingen fremd. Der TV stellt deshalb bis zum Wahltermin die Personen, die für die Region Trier antreten, ihre Ziele und ihre Chancen vor. Von unserer Redakteurin <br>SABINE SCHWADORF

Das Europa-Parlament (EP) scheint für viele weit weg. Doch sind die Abgeordneten bei 75 Prozent der EU-Gesetzgebung ein gleichberechtigter Partner neben dem Ministerrat. Gut zu wissen also, wer die Region in Europa schon vertritt und wer neu zur Wahl steht.Derzeit wird die Region Trier von vier der 99 deutschen Abgeordneten im EP vertreten: Hiltrud Breyer (Bündnis 90/Die Grünen), Christa Klaß (CDU), Werner Langen (CDU) und Ralf Walter (SPD). Die FDP scheiterte 1999, wie auch 1994, an der Fünf-Prozent-Hürde. Zwar ist Breyer Saarländerin, doch zeigt dies die Probleme der EU-Parlamentarier und ihrer Arbeit. Im Gegensatz zur Bundestagswahl, bei der jeder Bewerber für einen Wahlkreis kandidiert, haben die EU-Kandidaten Zuständigkeitsbereiche, die sich häufig - wie eben bei der Grünen-Politikerin - über mehrere Bundesländer erstrecken. Die Parteien stellen daher Bundeslisten (SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen) oder Landeslisten (CDU) auf.Ob Hiltrud Breyer auch künftig für die Grünen Rheinland-Pfalz und das Saarland vertritt, ist noch nicht klar. Immerhin steht sie (nur) auf Platz neun der Bundesliste, 1999 kamen sieben Abgeordnete ins EP. Von denen sind nach Querelen noch vier übrig. Nun hängt Breyers Einzug vom Erfolg der Partei ab.Um den Einzug ins EP zittern müssen auch Christoph Giesa (FDP) und Winfried Manns (CDU). Giesa ist Vorsitzender der Jungen Liberalen in Rheinland-Pfalz und im Kreis Birkenfeld zu Hause. Doch sind die Liberalen seit zehn Jahren nicht mehr im EP, und auch Giesas Listenplatz neun wäre nur bei einem Sensationsergebnis von Erfolg gekrönt. Auch Winfried Manns - Stadt- und Verbandsbürgermeister von Konz - liegt auf der Landesliste auf einem wenig aussichtsreichen sechsten Platz. Derzeit stellt das Land vier Abgeordnete. Vor ihm auf den sicheren Rängen eins und drei sind die CDU-Parlamentarier Langen und Klaß. Schneiden die Christdemokraten im Land allerdings überdurchschnittlich gut ab, kommen auch viele Abgeordneten ins EP. Sicher ist der Einzug auch für Ralf Walter (SPD). Er hält Rang drei auf der Bundesliste. Je nach Wahlergebnis könnte es für die Sozialdemokraten etwa ab Platz 30 eng werden.In sechs Folgen stellt der TV die sechs Kandidaten der vier großen Parteien mit Fragebogen und Porträt vor, die für die Region Trier in Europa kandidieren. Heute: Winfried Manns (CDU). Weil er in Konz auch zur Wahl als Bürgermeister antritt, veröffentlichen wir heute lediglich seinen Fragebogen.