Reform blockiert Computer

RÜCKKEHR: Mit dem neuen Jahr meldet sich auch der Berliner Politikbetrieb aus der Feiertagsruhe zurück. Schon in den nächsten Tagen jagt eine Partei- und Fraktionsklausur die andere.

Und natürlich steht das vermeintliche Zauberwort "Reformen" erneut im Mittelpunkt der Diskussion.TÜCKISCH: Die Tücken der Materie bekamen die Abgeordneten Ende Dezember in ihren eigenen Dienstbüros zu spüren. Dort mussten die Computer ein Protestschreiben der Anti-Globalisierungsbwegung "Attac" gegen die im Vermittlungsausschuss vereinbarten Sozialreformen verdauen. Der elektronische Beschwerdebrief war so umfangreich, dass die Rechner stundenlang blockiert waren.FUSSBALLRECHTE: Für den Grünen Christian Ströbele verspricht 2004 ein finanzkräftiges Jahr zu werden. Wie der Berliner Altlinke einer Wochenzeitung verriet, floss seinen drei Geschwistern und ihm schon 2002 eine vierstellige Summe aus der historischen Reportage über die Fußball-WM von 1954 zu. Der damalige Reporter Herbert Zimmermann war Ströbeles Onkel, und neben der ARD besitzt die Familie die Vermarktungsrechte an der Aufzeichnung. Reich ist Ströbele deshalb aber nicht - sämtliche Einnahmen werden gespendet.HOCHZEIT: Für Ströbeles Parteikollegin Christine Scheel war der Jahreswechsel ziemlich aufregend. Kurz vor Weihnachten heiratete die Finanzexpertin ihren Lebensgefährten Gerhard Engel. Dabei stand die Hochzeit bis zur letzten Minute auf der Kippe. Sie habe überhaupt nicht gewusst, ob sie an ihrer eigenen Hochzeit teilnehmen könne, sagte Scheel einer Illustrierten. Grund für die Zitterpartie war das zähe Ringen um den Steuerkompromiss im Vermittlungsausschuss. Erst die Reform, dann das Private. Bräutigam Engel hatte dafür übrigens volles Verständnis. Er ist SPD-Politiker.WUNSCH: Auch Bayerns Regierungschef Edmund Stoiber hat das eigene Privatleben im Blick. Er wünsche sich gern noch mehr Enkel, sagte er im Bayerischen Rundfunk. Bislang hat der CSU-Politiker zwei. Schließlich gebe es nichts Besseres als eine größer werdende Familie. Großvater zu sein, sei überhaupt, "das Schönste, was man erleben kann", schwärmte Stoiber. Vielleicht überlegt sich er sich das ja noch mal mit dem Bundespräsidenten. Die Aufgabe ließe sich prächtig mit der Familie verbinden. STEFAN VETTER

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