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Regierung plant neue Bauprämie: Bis zu 20.000 Euro für junge Familien

Die Wohnungsbauprämie hilft dabei, einen Bausparvertrag schneller ins Plus zu bringen. Foto: dpa-infocom
Die Wohnungsbauprämie hilft dabei, einen Bausparvertrag schneller ins Plus zu bringen. Foto: dpa-infocom
Trier. Die meisten jungen Familien wohnen zur Miete, weil ihnen das Geld für einen Immobilienkauf fehlt. Die CDU will dies mit einem Baukindergeld ändern. Die SPD will Familien bis zu 20.000 Euro Zuschuss geben. Da eine Einigung möglich scheint, könnte es bald eine neue Eigenheimzulage geben. Katharina de Mos

Zehn Jahre ist es her, dass die Eigenheimzulage abgeschafft wurde - eine der größten staatlichen Subventionen, die es je gab. Milliarden gab Deutschland jährlich aus, um seinen Bürgern zu Wohneigentum zu verhelfen. Die Wirkung war umstritten: Die Baukosten stiegen, so dass vor allem die Baubranche profitierte. Zudem galt die Zulage als sozial ungerecht, weil auch Geringverdiener, die sich selbst kein Haus leisten konnten, mit ihrem Steuergeld die Immobilien anderer finanzieren mussten.

Nun diskutiert Deutschland erneut darüber, wie man es Familien erleichtern kann, Wohneigentum zu finanzieren. Denn trotz niedriger Zinsen leisten sich immer weniger Jüngere eigene vier Wände. Das hat zum einen mit dem späteren Berufsstart und häufigeren Umzügen zu tun. Zum anderen fehlt vielen das nötige Eigenkapital von 25 bis 30 Prozent der Kaufsumme.

Die CDU will Anfang Dezember auf ihrem Bundesparteitag beschließen, ein Baukindergeld einzuführen. Wie hoch dies sein soll, bleibt offen. 2009 wollte die CSU 1200 Euro je Kind zahlen - konnte dies in der schwarz-gelben Koalition jedoch nicht durchsetzen.

Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) will Familien nach Informationen der Rheinischen Post im Jahr mit einem Eigenkapitalzuschuss von bis zu 20.000 Euro helfen: 8000 Euro für Familien mit einem Kind und je 6000 Euro für das zweite und dritte Kind. Das Haushaltseinkommen dürfe bei maximal 70.000 Euro liegen, und die Förderung soll nur für Regionen mit angespanntem Wohnungsmarkt und hohen Immobilienpreisen gelten. Dem Bauministerium zufolge bestehe eine gute Chance, dass SPD und CDU sich 2017 auf eine neue Eigenheimförderung einigen.

Während Wirtschaftsexperten fürchten, dass auch diese nur zu Preissteigerungen führen wird, warnt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz davor, sich von einer Förderung zum Hauskauf verleiten zu lassen. Die Finanzierung müsse solide und langfristig tragbar sein. Die Zinsen seien zwar niedrig, aber die Preise vielerorts sehr hoch. Der Blick in die Region bestätigt dies: Wer eine Wohnung kauft, zahlt landesweit in keinem Landkreis mehr als in Bernkastel-Wittlich. Trier ist nach Mainz die teuerste Stadt. Dennoch ist die Eigentumsquote des Landes mit 57 Prozent die höchste Deutschlands.Mehr zum Thema

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