Rekordpreise bei Sprit und Öl machen Leben immer teurer

Rekordpreise bei Sprit und Öl machen Leben immer teurer

Sprit ist zurzeit so teuer wie noch nie. Auch für Heizöl muss derzeit so viel bezahlt werden, wie seit langem nicht mehr. Die Bundestagsabgeordneten aus der Region sprechen sich trotzdem einhellig gegen die Senkung der Mineralölsteuer aus.

Viele Hausbesitzer dürften mit ungutem Gefühl dem bevorstehenden Winter entgegenblicken, dann nämlich, wenn sie ihren Heizöltank füllen müssen. Seit Wochen verharren die Heizölpreise auf hohem Niveau. 99,76 Euro kosteten gestern 100 Liter Heizöl (bei einer Bestellmenge von 1000 Litern). Ob Öl in den kommenden Wochen billiger wird, ist unklar. "Keiner weiß, wie sich der Preis entwickeln wird", sagt Markus Müller vom Heizölhandel Breit in Pölert (Trier-Saarburg). Auch Thomas Etteldorf, Inhaber eines Brennstoffhandels in Metterich (Bitburg-Prüm), wagt keine Preisprognose. Sein Tipp: Wer nicht mehr bis Januar warten könne, sollte besser jetzt zumindest eine kleine Menge Öl bestellen. "Wer noch bis nächstes Jahr kommt, kann das Risiko eingehen und auf bessere Preise warten. Ob diese jedoch kommen, das steht in den Sternen."
Die hohen Energiekosten haben dazu geführt, dass die Preise in Rheinland-Pfalz im August 2,3 Prozent höher waren als noch vor einem Jahr. Heizöl verteuerte sich laut Statistischem Landesamt um 13,3 Prozent.Manfred Hamm von der Energieagentur Region Trier geht nicht davon aus, dass die Preise deutlich fallen werden. Auch nicht für Sprit. Die Preise für Benzin und Diesel verharren ebenfalls seit Wochen auf Rekordniveau. 1,779 Euro kostete gestern der Liter Super in Trier, in Daun waren es 1,749 Euro - das sind 20 Cent mehr als vor einem Jahr. Für Diesel mussten gestern in Trier 1,579 Euro bezahlt werden. Daher wird auch in Deutschland der Ruf nach einer Senkung der Mineralölsteuer auf Heizöl und Sprit immer lauter. In Frankreich wurden die Spritpreise durch staatliche Vorgaben um bis zu sechs Cent gesenkt. Davon halten alle Bundestagsabgeordneten der Region allerdings nichts.
Der Cochemer CDU-Abgeordnete Peter Bleser spricht von "Populismus pur". Der Trierer SPD-Abgeordnete Manfred Nink fürchtet dagegen, dass staatlich reduzierte Spritpreise "durch die unsägliche Preistreiberei" der Ölkonzerne wieder einkassiert würden.
Extra


Die Bundestagsabgeordneten der Region zu einer Senkung der Mineralölsteuer: Bernhard Kaster (CDU): Steuersenkungen wären nur ein ungeeignetes, kurzfristiges Strohfeuer - ohne Gewähr dafür, dass die Preissenkung an die Verbraucher weitergegeben wird.
Manfred Nink (SPD): Ich befürchte, dass eine Reduzierung der Spritpreise infolge einer Steuersenkung um wenige Cent durch die unsägliche Preistreiberei der Mineralölkonzerne in kürzester Zeit wieder einkassiert würde.
Edmund Geisen FDP: Mit steuerlichen Maßnahmen bekommt man die Preisschwankungen nicht in den Griff.
Peter Bleser (CDU): Die jetzige Politik in Frankreich, für drei Monate die Mineralölsteuer um drei Cent zu senken, ist Populismus pur.

Patrick Schnieder (CDU): Eine Steuersenkung hätte keine dauerhafte Wirkung. Der Effekt würde allenfalls kurzfristig eintreten.
Katrin Werner (Linke): Selbst wenn der Benzinpreis moderat zurückginge, würden durch die steigenden Stromkosten die Bürgerinnen und Bürger letzten Endes draufzahlen. wie
Extra: Energiespartipps


Folgende Energiespartipps gibt die Energieagentur Trier: Unnötige Energieverluste und Energieverbräuche stoppen - durch Energiesparen!Die Wirtschaftlichkeit von Sanierungsmaßnahmen prüfen/prüfen lassen - zum Beispiel durch eine kostenlose Energieerstberatung!Besonders ungünstige Bedingungen abstellen (beispielsweise einfachverglaste Fenster oder andere Gebäudeteile austauschen oder so verändern, dass die Hülle des zu beheizenden Gebäudes auf eine gleichmäßige Dämmqualität gebracht wird)! Auch das bewirkt Energieeinsparungen, wenn eine vollständige Sanierung aus Kostengründen nicht möglich ist.Wenn das Auto unbedingt benötigt wird, können oft Fahrgemeinschaften oder Mitfahrgelegenheiten organisiert werden.Wo es möglich ist, sollte man vermehrt das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel oder beides nutzen. wie Hintergrund: Mineralölhandel

Die Mineralölhändler in der Region Trier spüren derzeit die Zurückhaltung der Kunden. "Wenn gekauft wird, dann nur kleine Mengen, ein großer Teil der Kunden wartet und hofft, dass sich die Preissituation vielleicht wieder bessert", sagt Thomas Etteldorf, Inhaber eines Brennstoffhandels in Metterich (Eifelkreis Bitburg-Prüm). Auch Markus Müller vom Heizölhandel Breit in Pölert (Trier-Saarburg) spricht von einer sehr geringen Nachfrage. Derzeit änderten sich die Preise mehrmals am Tag. Dadurch könne es durchaus passieren, dass ein Preis, der morgens einem Kunden genannt worden sei, mittags schon nicht mehr gelte. wie