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Rettungsflüge: Ermittlungen wegen Sabotage

SAARBURG. (sw) Die Staatsanwaltschaft Trier ermittelt gegen den 46-jährigen Leiter der Saarburger Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen "Gefährdung des Luftverkehrs" eingeleitet. Seit Dienstag ist er vorläufig vom Dienst suspendiert. Über sein Motiv wird derzeit spekuliert.

Der Saarburger wird verdächtigt, über Monate immer wieder mit einem Funkgerät den gesamten Funkverkehr im Leitstellenbereich Trier gestört und damit möglicherweise Rettungseinsätze verzögert zu haben. Besonders betroffen: der blau-silberne Helikopter der "Luxembourg Air Rescue" (LAR). Er fliegt von Luxemburg aus den Rettungsbereich Trier an, zu dem der größte Teil der Region gehört. Die Integrierte Leitstelle in Trier koordiniert diese Einsätze und entscheidet, ob ein Notarztwagen oder der Hubschrauber losgeschickt wird. Durch die Kooperation mit "dem Ländchen" versuchen die Rettungsdienste in Rheinland-Pfalz und dem Saarland seit einiger Zeit, die schnelle Hilfe aus der Luft bei Unfällen zu optimieren.Seit September vergangenen Jahres hatten Mitarbeiter der Trierer Leitstelle immer wieder über massive Störungen im Funkverkehr berichtet, sobald die Stelle den luxemburgischen Helikopter angefordert hatte. Entsprechende TV-Informationen bestätigte gestern auf Nachfrage der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Trier-Saarburg, German Robling: "Sobald die Piloten des Hubschraubers benachrichtigt waren, brach der Funkkontakt komplett ab."

Nicht allein in der Luft, sondern auch am Boden sei ab diesem Zeitpunkt etwa für die Fahrer der Rettungswagen kein Funkverkehr mehr möglich gewesen. Nachdem die LAR Spezialisten beauftragt hatte, Funkgeräte und Hubschrauber zu überprüfen, diese Untersuchungen ergebnislos blieben, und auch ein Austausch der Geräte nichts brachte, schaltete sich die Bundesnetz-Agentur mit einem Peilsender ein. Damit ging sie dem Verdacht nach, dass der Funkverkehr "von einem außen Stehenden über ein Funkgerät manipuliert" werde.

Am 12. April machte die Besatzung des Peilfahrzeugs nach Auskunft Roblings "erstmals eine Aussendung von Saarburg aus" – weitere Peilungen landeten immer wieder bei der Rettungswache Saarburg. Am 12. Juni konfrontierte die Besatzung schließlich den Leiter der Rettungswache mit ihren Erkenntnissen. Der Mann streitet bisher alle Vorwürfe ab. Dennoch suspendierte ihn DRK-Geschäftsführer Robling vorläufig vom Dienst. Die Staatsanwaltschaft Trier ermittelt.