Rolle rückwärts

Da hat einer wohl mächtig was auf die Ohren bekommen, weil er sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hat. Noch im Dezember wurde die Idee als konkret und machbar verkauft, und nun kneift die Bahn: Neigezüge nach Luxemburg als Alternative zu unrealistischem Streckenausbau?

Man sei noch am Überlegen, noch sei nichts spruchreif. Mit anderen Worten: Die Pläne liegen ganz unten in der Schublade, nur anfassen will sie vorerst keiner. Eine eindeutige Rolle rückwärts. Offensichtlich wurde der Bahn-Manager zurückgepfiffen. Sein Vorschlag, Pendolinos grenzüberschreitend und auf einer wiederbelebten alten Trasse einzusetzen, erwischte die Entscheider auf dem falschen Fuß, sie fühlten sich überrumpelt. Während sie sich seit Jahren die Köpfe heiß reden, um Millionen für den Ausbau der Strecke locker machen zu können, zaubert jemand einen Vorschlag aus dem Hut, auf den man auch selbst hätte kommen können. Statt zu warten, bis Geld aus Berlin fließt, Eigen-Initiative ergreifen und die grenzüberschreitende Verbindung schneller machen - diese Lösung war offenbar zu einfach. Stattdessen setzt man lieber auf noch nicht vorhandene Millionen für eine Strecke, die zuvor teilweise zum Radweg zurückgebaut wurde. Schade, dass die Bahn nicht den Mut hat, zu guten Ideen zu stehen. b.wientjes@volksfreund.de