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Rotes Kreuz: Wer Flüchtlingen hilft, soll von der Arbeit freigestellt werden

Rotes Kreuz: Wer Flüchtlingen hilft, soll von der Arbeit freigestellt werden

Das ehrenamtliche Engagement für Flüchtlinge ist ungebrochen. Doch die Belastung steigt. Nun fordert auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) eine deutliche Aufwertung der Arbeit besonders aktiver ehrenamtlicher Helfer. In Berlin haben CDU und CSU unterdessen ihren politischen Streit in der Asylfrage entschärft.

Mehr als 10.000 Menschen in Rheinland-Pfalz engagieren sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe. "Sie tragen wesentlich zum Gelingen der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen bei", sagt Integrationsministerin Irene Alt (Grüne). Mit hauptamtlichen Ehrenamtskoordinatoren in Trier und Bad Kreuznach versucht die Landesregierung, die große Hilfsbereitschaft zu kanalisieren. Zusätzlich seien dafür 200.000 Euro vom Land bereitgestellt worden.

Dennoch steigt für die Helfer bei der ehrenamtlichen Arbeit in den Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende und in den Kommunen die Belastung. Davon zeugt auch die 3. Flüchtlingskonferenz des Bistums Trier am Mittwoch. Dort wird die psychische Belastung im Ehrenamt ein Schwerpunktthema sein.

Eine Aufwertung der Arbeit der freiwilligen Helfer durch den Gesetzgeber fordert auch angesichts dieser Situation das Deutsche Rote Kreuz (DRK). "Ohne die vielen Tausend Ehrenamtlichen wäre die Betreuung von Flüchtlingen in Deutschland in der jetzigen Dimension gar nicht machbar", sagt DRK-Präsident Rudolf Seiters. Seine Forderung: Besonders engagierte Helfer sollten mit der freiwilligen Feuerwehr oder dem Technischen Hilfswerk gleichgestellt sein. Das würde bedeuten, dass Arbeitgeber auch in der Flüchtlingshilfe ehrenamtlich Aktive bei Fortbildungen und Einsätzen von der Arbeit freistellen müssen. Die Lohnzahlung müsste dennoch erfolgen.

In der Region Trier gelingt es nach Aussage von Ehrenamtskoordinator Jörg Bruch derweil immer besser, die unterschiedlichen Initiativen zu vernetzen. Vorzeigeprojekt ist dabei die zentrale Sortierhalle für Kleiderspenden in Trier, in der derzeit mehr als 110 ehrenamtliche Helfer die Spenden sortieren und für die Erstversorgung der Asylbewerber im Land bereitstellen.

Der politische Streit um den Umgang mit den Flüchtlingen hat sich derweil entspannt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer haben sich am Sonntag nach Mitteilung der Unionsparteien auf ein gemeinsames Positionspapier geeinigt, in dem die vom Koalitionspartner SPD abgelehnten Transitzonen als "vordringlichste Maßnahme zur besseren Kontrolle unserer Grenze" bezeichnet werden.