Ruanda-Reise mit parteipolitischem Beigeschmack

Ruanda-Reise mit parteipolitischem Beigeschmack

Eine rheinland-pfälzische Delegation mit Innenminister Roger Lewentz (SPD) an der Spitze ist in das ostafrikanische Partnerland Ruanda gereist.

Kigali/Mainz. So richtig offen will es keiner sagen, aber gewundert hat man sich doch. Das Innenministerium wollte die jeweils jüngsten Landtagsabgeordneten von CDU, SPD und Grünen mit nach Ruanda nehmen, da die aktuelle Partnerschaftsreise mit einer Jugenddelegation erfolgt. Während die SPD ihren Young ster Benedikt Oster (24) nach Afrika schickte und die Grünen mit Pia Schellhammer (27) die jüngste Parlamentarierin in ihren Reihen auswählten, ist für die CDU Fraktions- und Parteichefin Julia Klöckner (39) unterwegs. Die Jung-Abgeordneten Ellen Demuth (30), Martin Brandl (31) und Susanne Ganster (35) kamen nicht zum Zug. Julia Klöckner wollte Innenminister Roger Lewentz, dem künftigen SPD-Parteichef, offenbar nicht allein die Partnerschaftsbühne überlassen. Zudem ist Ruanda in der CDU-Fraktion Chefsache. Die jungen Abgeordneten waren offenbar damit einverstanden, ihrer Chefin den Vortritt zu lassen. Diese fühlt sich jung genug, um mit der Jugenddelegation durch das Land in Ostafrika zu reisen. Die eine oder andere spitze Bemerkung über die "Jungdelegierte" Klöckner ist bei der SPD dennoch zu hören, was die CDU-Chefin aber kaltlässt. Zumal Klöckner in einer Vorab-Presseerklärung den Eindruck erweckte, als sei sie (mit-)federführend bei der Reise. Dabei steht die Tour unter der Leitung von Innenminister Lewentz, in dessen Ressort die Partnerschaft fällt.
Ministeriumssprecher Christoph Gehring berichtete aus Ruanda, dass die Delegation eine Genozid-Gedenkstätte besuchte. Sie erinnert an den Völkermord 1994, bei dem Hunderttausende Tutsi und Hutus ums Leben gekommen waren. Die Delegation war am Samstagabend in der ruandischen Hauptstadt Kigali eingetroffen. DB

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