Rufer in der Wüste

Jahr für Jahr prangert der Bund der Steuerzahler die öffentliche Verschwendung mit drastischen Beispielen an. Doch augenscheinlich hat sich kaum etwas zum Besseren gewendet. Auch im jüngsten "Schwarzbuch" finden sich vertraute Fälle baulicher Fehlplanungen, kostspieliger Anschaffungen und leichtfertiger Ausgaben von Steuergeldern wieder.

Lediglich die Namen der Tatorte sind austauschbar geworden. Dabei ließe sich unter dem Diktat der knappen Kassen eher ein verantwortungsvolles Handeln vermuten. Dass die Kritik immer wieder im Sande verläuft, mag auch mit dem Steuerzahlerbund selbst zu tun haben. Sein streitbarer Chef, Karl Heinz Däke, kam schon wegen Ämterhäufung und Mehrfachgehälter ins Gerede. Und um den Berliner Landesverband rankte sich der böse Verdacht einer Veruntreuung von Vereinsvermögen. Wer ständig höchste moralische Ansprüche einfordert, diese aber für sich weniger gelten lässt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er nur bedingt ernst genommen wird. Trotzdem dürfen solche fragwürdigen Vorgänge nicht als Totschlagsargument missbraucht werden. Denn in der Sache hat der Bund der Steuerzahler ja Recht. Während das Geld an vielen Ecken und Enden fehlt, wird es auf der anderen Seite allzu oft aus dem Fenster geworfen. Dieser Zustand kann nicht oft genug thematisiert werden. Es ist gut zu wissen, dass die Bürger im Bund der Steuerzahler einen Ansprechpartner haben, um Missständen auf den Grund zu gehen. nachrichten.red@volksfreund.de