Schnaps und warme Worte für den Mann aus Berlin

Schnaps und warme Worte für den Mann aus Berlin

DARSCHEID/BITBURG. Die einen dankten ihm, die anderen forderten noch mehr Geld: BundesverkehrsministerManfred Stolpe (SPD) besuchte gestern die Eifel.

Die Eifeler lieben ihren Schnaps. Das weiß Manfred Stolpe spätestens seit gestern. Fünf Flaschen Eifel-Brand wurden dem 68-Jährigen geschenkt. Die einem überreichten ihm eine, weil sie eine Ortsumgehung wollen, die anderen spendierten zwei, weil sie dankbar sind, dass sie mit dem stückweisen Weiterbau der A 1 bei Daun eine Umgehung bekommen, eine gab es, damit auch die A 60 hinter Bitburg noch fortgesetzt und der Flugplatz Bitburg ausgebaut werden kann, und eine gab es von der Eifeler SPD-Bundestagsabgeordneten Elke Leonhard, die Stolpe aus Dankbarkeit eingeladen hatte, weil er die 50 Millionen Euro für den acht Kilometer langen A1-Lückenschluss "ihr gegeben" hat. Der von Maut- und Bahn-Debatten gebeutelte Minister hatte gestern ein leichtes Spiel in der Eifel, in die er sich über Trier, wo er die Landesgartenschau besucht hatte, per Auto kutschieren ließ. In Darscheid, im Restaurant von Nobelkoch Martin Kucher, einen Steinwurf von der A1-Baustelle entfernt, feierten ihn Bauunternehmer, Dauns Landrat Heinz Onnertz und Stadtbürgermeister Wolfgang Jensen. Dabei hatte Stolpe nicht viel Neues zu verkünden und Geld für zusätzliche Projekte hatte er ohnehin nicht in der Tasche. So blieb es bei Altbekanntem: Dass der A1-Lückenschluss eine "notwendige Infrastrukturmaßnahme" ist und dass nun Nordrhein-Westfalen am Zug ist, den versprochenen neun Kilometer langen Anschluss von Blankenheim bis an die Landesgrenze zu bauen. Und all das sei nur dem "mitreißenden Elan aus der Eifel" zu verdanken. Da strahlte Leonhard. Mit einem solchen Elan wäre sicherlich auch der knapp 40 Millionen Euro teure Ausbau der Bahnstrecke Trier-Luxemburg voran zu treiben. Pech für den Trierer CDU-Mann Bernhard Kaster, dass man seinen Einsatz für die grenzüberschreitende Zugverbindung im Verkehrsministerium offenbar nicht wahrnimmt. Dabei hatte Kaster erst gestern Morgen eine vierseitige "Bahn-Agenda Luxemburg-Trier" verteilen lassen. Später auf dem Flughafen Bitburg durfte er dann mit Verve noch einmal für seine Lieblingsprojekte Bahn und Moselaufstieg werben und sein Parteifreund Michael Billen - unterstützt vom Bitburger Brauerei Chef Axel Simon -, machten dem Minister klar, dass die A 60 mindestens so wichtig sei wie die A 1. Und der Bitburger Flugplatz müsse doch bitte schön unbedingt ausgebaut werden. Doch der Minister ließ sich nicht beirren: "Absolute Priorität" habe die A1 und immerhin habe man ja bereits den Hahn. Die "Träume und Wünsche" sollten also möglichst "bodennah" bleiben. Sprach es, trank noch ein Bit, und fuhr auf dem kürzesten Weg gen Luxemburg. So blieb ihm ein Verkehrsprojekt, für das sich auch Elan lohnt, leider verborgen: Die B 51 mit dem Nadelöhr Trierer Berg.