Schröer klagt:EinseitigeFokussierung

Schröer klagt:EinseitigeFokussierung

TRIER. Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Cirener und Aufsichtsrats-Chef Helmut Schröer beklagen in einer Stellungnahme zu den TV -Berichten über die Millionenverluste des Parkhauses Ostallee eine "einseitige Fokussierung", die der umfassenden Restrukturierung des Konzerns "in keiner Weise gerecht" werde.

Die TV -Berichterstattung lasse unberücksichtigt, "dass die Stadtwerke von einem Eigenbetrieb der Stadt zu einem neuen, leistungsfähigen, markt- und kundenorientierten Dienstleister umorganisiert werden mussten". Im Rahmen des "gewaltigen Umstrukturierungs-Prozesses" sei es "in Teilbereichen auch zu Fehlern gekommen", an deren Verbesserung man noch arbeiten müsse, räumen die Verantwortlichen ein. So sei es für das Parkhaus-Projekt Ostallee "im laufenden Prozess versäumt worden, die umstrittene Frage der kostenfreien Parkzeitbegrenzung in einem Notarvertrag und nicht nur in einer Betriebsvereinbarung zu regeln". Die Entlastung des damaligen Geschäftsführers Ewald Thisse durch die Mehrheit des Aufsichtsrates führt Schröer auf "das Ermessen des Gremiums" zurück. Cirener kündigt "neue Initiativen" an, um das Problem zu beheben. Wie diese aussehen, verrät er nicht. Für 2004 könne "voraussichtlich bereits mit einer Deckung der Kapitalkosten gerechnet werden", behauptet der Geschäftsführer. Vor wenigen Tagen hatten er und Schröer noch mitgeteilt, für das Jahr 2004 sei mit einem Fehlbetrag von 226 000 Euro und für 2005 mit einem Verlust von 216 000 Euro zu rechnen. Schröer und Cirener kündigen ferner an, die Kommunalaufsicht von sich aus über die Vorgänge zu informieren und eine Prüfung anzuregen. Eben jene Kommunalaufsicht, die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), hatte zuvor auf Anfrage des TV erklärt, in diesem Fall über keine Handhabe zum Eingreifen zu verfügen, weil es sich bei den Stadtwerken um ein privatrechtliches Unternehmen handele. Schröer und Cirener weisen darauf hin, wesentliche Grundzüge der heutigen Positionierung gingen auf den früheren Geschäftsführer Ewald Thisse zurück. Durch ihn sei "das Fundament für die Regionalisierung und den Ausbau neuer Geschäftsfelder angestoßen worden". In diesem Zusammenhang seien "der Mut und die Vision der politisch Verantwortlichen hervorzuheben, den Erhalt der Stadtwerke in Trier vor eine kurzfristige Haushaltssanierung durch Verkauf oder Verpachtung zu setzen".