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Sicherheit für die Erben: Zentrales Testamentsregister eingerichtet

Sicherheit für die Erben: Zentrales Testamentsregister eingerichtet

200 Milliarden Euro werden Jahr für Jahr in Deutschland vererbt. Oft dauert es Monate, bis ein Testament eröffnet werden kann. In vielen Fällen bricht gar Familienstreit aus, weil kein Letzter Wille gefunden wird. Mit einem zentralen Testamentsregister soll damit von nun an Schluss sein.

Trier. Das Vermögen der Deutschen erreichte im vergangenen Jahr einen Rekordwert von 4,88 Billionen Euro. Und von diesen Werten profitiert auch die Generation Erben. Etwa 200 Milliarden Euro gehen Jahr für Jahr von Eltern an Kinder, Verwandte oder sonstige Begünstigte über.
Bisher waren die Testamente noch dezentral bei etwa 5200 Stellen auf Karteikarten registriert. Seit Anfang des Jahres hat sich das geändert: Das bei der Bundesnotarkammer geführte Zentrale Testamentsregister (ZTR) hat seinen Betrieb aufgenommen.
"Die Einführung des Testamentsregisters dient der Modernisierung des momentan zeit- und fehleranfälligen Benachrichtigungswesens in Nachlasssachen. Bisher wurden Informationen über erbfolgerelevante Urkunden vermerkt, allerdings papiergebunden auf sogenannten ‚gelben Karteikarten\' bei über 5000 Geburtsstandesämtern im gesamten Bundesgebiet und der Hauptkartei für Testamente des Amtsgerichts Schöneberg in Berlin", sagt der Geschäftsführer der Notarkammer Koblenz, Steffen Breßler, dem TV. Seit dem 1. Januar müssen Notare und Gerichte die Verwahrangaben von beurkundeten oder in amtliche Verwahrung gegebenen Urkunden zwingend dem Testamentsregister übermitteln.
Die Registrierung erfolgt ausschließlich elektronisch und zwar über besonders gesicherte Verbindungen des Justiz- und Notarnetzes. Für die Registrierung erhebt die Bundesnotarkammer eine einmalige Gebühr, die vom Erblasser zu zahlen ist. Die genaue Höhe legt die Bundesnotarkammer in einer Gebührensatzung fest. Derzeit sind 15 bis 18 Euro pro Registrierung vorgesehen. Die Gebühr nehmen die meldenden Notare und Gerichte für die Registerbehörde entgegen.
Das Register wird allerdings nur Urkunden erfassen, die notariell beurkundet oder in amtliche Verwahrung genommen wurden. Privat verwahrte eigenhändige Testamente sind nicht registrierungspflichtig. Wer allen Unsicherheiten bei seinem Letzten Willen entgehen möchte, sollte das Register nutzen.