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Sicherheit für Kinder: Rheinland-Pfalz will flächendeckend Tempo 30 in Orten ermöglichen

Sicherheit für Kinder: Rheinland-Pfalz will flächendeckend Tempo 30 in Orten ermöglichen

In Rheinland-Pfalz könnte es nach Informationen des Volksfreunds schon bald flächendeckend Tempo-30-Zonen in Orten geben. Das Land unterstützt damit eine Initiative von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU).

In Trier gilt fast überall Tempo 30 in der Innenstadt - zumindest in Wohngebieten. Hauptverkehrsstraßen sind noch davon ausgenommen. Bislang darf die Geschwindigkeit in diesen Straßen nur dann gedrosselt werden, wenn es dort häufig kracht. Doch das muss erst einmal nachgewiesen werden. Daher soll es künftig einfacher sein, auch auf Durchgangsstraßen Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuführen.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kündigte bei der Verkehrsministerkonferenz in Rostock an, die bestehenden bürokratischen Hürden für zusätzliche Tempolimits innerhalb von Orten abzubauen. Damit soll die Sicherheit vor Kindergärten und Grundschulen weiter erhöht werden. Bereits Ende des Jahres könnten zusätzliche Tempo-30-Zonen ausgewiesen werden. Hintergrund: 2014 verunglückten in der Region 88 Kinder als Radfahrer oder Fußgänger.
<b>&quot;Die Kleinsten sind die Schwächsten" &nbsp;

In Rheinland-Pfalz sollen schon in den nächsten Tagen die Kommunen darüber informiert werden, sagte der Sprecher von Landesverkehrsminister Roger Lewentz (SPD) auf Anfrage dem TV. "Wir machen uns auch seit längerem dafür stark, die Einrichtung von Tempo-30-Beschränkungen aus Lärmschutzgründen für Ortsdurchfahrten auch auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen den Kommunen zu ermöglichen", erläuterte Ministeriumssprecher Joachim Winkler. Auch der frühere Trierer Verkehrswissenschaftler Heiner Monheim begrüßt die Initiative.

Gerade auf innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen komme es häufig zu schweren und tödlichen Unfällen. Daher forderten Experten seit langem, dort Tempo 30 einzuführen. Oft hätten sich aber die örtlichen Straßenverkehrsbehörden dagegen gesträubt. Daher sei der von Dobrindt ins Spiel gebrachte Abbau der bürokratischen Hürden sinnvoll, sagte Monheim.

Tempo 30 müsse die Regel werden, heißt es auch beim Allgemeinen Deutsche Fahrradclub. Der Autoclub ADAC ist gegen flächendeckendes Tempo 30 in den Orten: Ein prinzipielles Tempolimit sei weder aus Sicherheits- noch auch Umweltgründen zielführend.