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Sicherheitsmängel in Cattenom

Sicherheitsmängel in Cattenom

Bei Kontrollen durch die französische Atombehörde sind Sicherheitsmängel im Kernkraftwerk Cattenom entdeckt worden. Ein Atomexperte hält die Zahl der Beanstandungen für beunruhigend.

Cattenom. Die Kontrolleure kamen wie immer unangemeldet. Die Experten der französischen Atombehörde ASN kontrollierten an vier Tagen das Kernkraftwerk im lothringischen Cattenom. Am 20. und 21. Juli und am 4. und 10. August nahmen sie die Nuklearzentrale an der Mosel, unweit der deutsch-luxemburgischen Grenze, unter die Lupe. Auf vier Seiten listen sie die Mängel auf, die sie bei ihrem Besuch festgestellt haben. Wiederholt hätten die Inspektoren Unregelmäßigkeiten bei Sicherheitsvorkehrungen in den drei Reaktoren festgestellt, heißt es in dem vor einer Woche fertiggestellten Bericht, der dem TV vorliegt. Die Experten verlangen, dass bei Wartungsarbeiten, bei denen die Reaktoren abgeschaltet werden, der Strahlenschutz besser eingehalten wird. Außerdem bemängeln die Kontrolleure, dass bei diesen Abschaltungen die notwendigen Risikoanalysen unvollständig seien. Die Verantwortlichen des Kernkraftwerks haben nun zwei Monate Zeit, auf den Bericht zu reagieren und der Behörde mitzuteilen, wie sie die Mängel abstellen wollen. Es ist nicht das erste Mal, dass bei Kontrollen in Cattenom Sicherheitsmängel festgestellt worden sind. Der aus dem Hunsrück stammende Atomexperte und Träger des alternativen Nobelpreises, Mycle Schneider, hält die einzelnen Mängel für nicht unbedingt gefährlich. "Beunruhigend ist die Zahl der Beanstandungen", sagt Schneider auf Anfrage unserer Zeitung. Es sei schockierend, dass nach über 20 Jahren, seitdem das Kraftwerk ans Netz gegangen ist, noch immer elementare Regeln des Strahlenschutzes nicht beachtet würden.