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So erkennt man gute Weiterbildungen

Siegel können gute Weiterbildungen auszeichnen. Verbraucher sollten bei der Auswahl aber nicht Siegel achten.
Siegel können gute Weiterbildungen auszeichnen. Verbraucher sollten bei der Auswahl aber nicht Siegel achten. FOTO: Zerocreatives / dpa-tmn
Berlin/Bonn. Der Markt für Weiterbildungen ist unübersichtlich. Als Unterstützung gibt es verschiedene Siegel. Die sind laut Experten aber nur begrenzt hilfreich.

(dpa) DIN EN ISO 9001, LQW oder QESplus: Wer sich beruflich weiterbilden möchte, stößt bei der Suche nach dem richtigen Institut häufig auf Siegel wie diese. Sie stehen für sogenannte Qualitätsmanagementsysteme. Doch was heißt das konkret?

„Wenn eine Einrichtung ein Siegel hat, ist das erst mal nicht schlecht“, sagt Alrun Jappe von der Stiftung Warentest. Es ist für den Verbraucher aber keine große Orientierungshilfe. „Mit dem Siegel zeigt der Anbieter nur, dass er seine Arbeitsabläufe systematisch plant und steuert. Es sagt nichts über die von ihm angebotenen Weiterbildungen aus.“ Deshalb sei umgekehrt ein siegelloser Anbieter nicht unbedingt schlechter. Wer ein Siegel hat, ist zumindest auf dem Papier um Qualität bemüht. Denn die verschiedenen Systeme helfen Einrichtungen und Trägern, ihr Angebot zu verbessern. Eine Sprachschule kann zum Beispiel festlegen, dass nur Muttersprachler mit fremdsprachendidaktischer Qualifikation unterrichten und eine bestimmte Lerngruppengröße nicht überschritten wird.

Generell gibt es verschiedene Qualitätsmanagementsysteme. Sie unterscheiden sich durch die Branche, für die sie entwickelt wurden. Einige sind branchenübergreifend anwendbar. Andere sind extra für Bildungseinrichtungen entwickelt werden. Dazu gehören unter anderem die „Lernerorientierte Qualitätstestierung in der Weiterbildung“ (LQW), erklärt Thomas Borowiec vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Auch das Siegel „QESplus“ gehört dazu.

Statt bei der Wahl der Weiterbildung ausschließlich auf Siegel zu achten, sollten Interessierte folgendermaßen vorgehen, sagt Alrun Jappe: „Man sollte sich im ersten Schritt bewusst machen, was man in der Weiterbildung lernen möchte. Im zweiten Schritt kann man schauen, ob die Kurse der verschiedenen Einrichtung das bieten, was man sich vorstellt.“

Auch Thomas Borowiec rät, nicht auf einzelne Siegel zu vertrauen. „Ein solches Zertifikat ist nur eines von vielen Merkmalen, die eine qualitativ hochwertige Weiterbildung ausmachen.“

So sollten Interessierte auch einen Blick auf das Kursprogramm oder die Qualifikation des eingesetzten Lehrpersonals werfen: Wie sind die Inhalte strukturiert, welche Methoden kommen zum Einsatz, gibt es einen Praxisbezug? Und selbst die Ausstattung der Räumlichkeiten kann einen Hinweis auf die Qualität der Weiterbildung geben. „Erst wenn in all diesen Punkten mehrere Weiterbildungen überzeugen, kann ein Siegel oder Zertifikat für ein Qualitätsmanagementsystem der ausschlaggebende Punkt sein“, sagt Thomas Borowiec.

(dpa)