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So lernen Schüler richtiges Surfen im Internet

So lernen Schüler richtiges Surfen im Internet

Landesdatenschützer Edgar Wagner startet in Kooperation mit dem Mainzer Bildungsministerium ein bundesweit einmaliges Projekt. Dabei sollen Schüler lernen, wie sie sich beim Surfen im Internet richtig verhalten.

Mainz. Beim Thema Datenschutz haben der Landesbeauftragte Edgar Wagner und seine Behörde in der Vergangenheit den Fokus auf die Gesetze und deren Kontrolle gerichtet. Nun widmet sich Wagner erstmals konkret den Verbrauchern, in diesem Fall Schülern. Seit Mittwoch schwärmen landesweit zwölf speziell geschulte Referenten aus, um in den Schulen vierstündige Workshops anzubieten. 160 Klassen von 60 Schulen haben bereits Interesse signalisiert, täglich werden es mehr. Rund 20 000 Euro stehen zunächst aus Rest-Haushaltsmitteln zur Verfügung. Wagner hofft, dass der Landtag im Zuge der Haushaltsberatungen auch für das nächste Jahr Geld bewilligt, um das Projekt fortzusetzen. Dieses richtet sich an die Jahrgangsstufen sechs bis neun und damit an potenziell 600 von insgesamt 1700 Schulen im Land.

Die Schüler sollen lernen, mit der Preisgabe ihrer Daten vorsichtig zu sein, wenn sie in Suchmaschinen, Internetdiensten oder sozialen Netzwerken wie Facebook, wer-kennt-wen oder SchülerVZ unterwegs sind. Es wird etwa erklärt, wie man sein eigenes Profil am besten einstellt.

Wagner rät generell, im Internet nicht seinen eigenen Namen zu verwenden. Grund: "Vieles wird auf der Datenautobahn gespeichert, ohne dass die Kinder es merken." Auch der verantwortungsvolle Umgang mit fremden Daten soll in den Workshops geübt werden, zum Beispiel, dass keine Fotos verfälscht werden dürfen oder welche Daten man besser nicht auf seinen Rechner herunterladen sollte. Das Projekt soll prinzipiell auf die Risiken beim Surfen aufmerksam machen. So missbrauchen "Cybermobber" teils Daten, um andere zu belästigen. Nachteile könnten auch bei Bewerbungen drohen, weil viele Personalleiter im Internet über Job-Interessenten forschen und dort mitunter persönliche Daten finden, die nicht unbedingt vorteilhaft sind.

Das Bildungsministerium hat geholfen, ein pädagogisches Konzept zu entwickeln, um die Jugendlichen gezielt anzusprechen. Medienreferent Siegfried Czernohorsky sagt, die Medienerziehung sei "auch ein Stück Demokratie".

Die Workshops können im Rahmen des Programms "Medienkompetenz macht Schule" der Landesregierung durch Elternabende ergänzt werden.