Sommerwetter schon im März

Heute wird es mit bis zu 25 Grad wärmer als in Madrid oder Rom. Die meisten freuen sich darüber. Doch es gibt auch Anlass zur Sorge.

Trier 2016 war das wärmste Jahr aller Zeiten, und nun vollbringt auch der März "eine echte Meisterleistung in Sachen Rekordtemperaturen", sagt TV-Wetterexperte Dominik Jung. Denn am heutigen Freitag wird Deutschland zum Wärmezentrum Europas: Im Südwesten erwartet Jung bis zu 25 Grad im Schatten. Nirgendwo sonst werde es in Europa wärmer - weder auf Mallorca (21 Grad) noch in Madrid (18 Grad) oder Rom (24 Grad). Meteorologisch betrachtet handelt es sich um den ersten Sommertag mit Temperaturen, die normalerweise erst Ende Mai zu erwarten sind.

Während die meisten Menschen sich über Sonnenschein, blühende Bäume, summende Bienen und den ersten Schwenkbraten des Jahres freuen, haben Bauern Anlass, ein bisschen besorgt zu sein. Denn nach einem viel zu trockenen Winter ist in der Region Trier in den kommenden Wochen laut Jung weiter kein richtiger Regen in Sicht.
Die Daten der Wetterstation Trier zeigen, dass Dezember, Januar und Februar viel zu trocken waren. Insgesamt fielen in den Wintermonaten 78,5 Liter Regen - nur 42 Prozent dessen, was im langjährigen Mittelwert zu erwarten wäre. Auch der mit 141 Sonnenstunden überdurchschnittlich freundliche Frühlingsmonat März war zu trocken. Mit 49 Litern gab es nur drei Viertel des üblichen März-Niederschlags.

Zwar freuen sich Bauern und Winzer, dass sie nicht mit Matsch und fiesem Wetter zu kämpfen haben, während sie die Reben schneiden, mulchen, Mist ausbringen, säen oder ihre Kühe allmählich wieder an den Weidegang gewöhnen. "Aber es wäre schon sinnvoll, wenn wir bald Regen bekämen", sagt Manfred Zelder, Vorsitzender des Bauernverbands Bernkastel-Wittlich. Sind Gerste und Hafer doch frisch gesät. Auch Erdbeeren, Spargel und Kartoffeln könnten einen Landregen gut gebrauchen. Der jedoch ist laut Jung in der Region (anders als in anderen Teilen Deutschlands) nicht in Sicht. "Trier ist in einem Trockenloch", sagt er.

Mehr als "ein paar Regentropfen" seien bis Ostern nicht in Sicht. Winzer Walter Clüsserath aus Pölich bleibt trotzdem optimistisch: "Wenn es zum richtigen Moment einen guten Regen gibt, dann kompensiert das vieles", sagt er.
Bei Temperaturen um die 18 Grad und einem Mix von Sonne und Wolken soll das Wetter nach dem kurzen Frühsommer am Freitag frühlingshaft freundlich bleiben.